2007-10-24

Wahlresultat / SP Schlappe

Von priskagruetter @ 00:18 [ Wahlkampf ]
Trotz gutem persönlichen Resultat schmerzt die Niederlage der SP.

Allem voran sei hier mal dies gesagt:

Ich habe 25'160 Stimmen erhalten und dafür danke ich ganz herzlich!

Dass ich mit meiner Ausganslage (ohne Stadt- oder Grossratsmandat oder sonstige grosse Bekanntheit) so viele Stimmen erhalten habe freut mich ganz besonders. Immerhin habe ich auf der SP Frauen Liste den Rang 13 (genau in der Mitte) erreicht.

Wenn ich also mit meiner "schrecklichen Frisur" :-) (Zitat M.G.) auf dem Wahlfoto und meiner Armeezugehörigkeit immernoch so gut ankomme, bestärkt mich das, mich weiter für eine soziale, offene und ökologische, aber auch für eine sichere Schweiz und eine undogmatische SP einzusetzen.

Undogmatisch...das Wort gefällt mir. Führt mich aber auch gleichzeitig zu der Wahlschlappe.

hmm...eigentlich will ich garnicht so viel darüber schreiben. Schade ist's. Und irgendwie scheisse, wenn man so nah dran ist und es wegen Sitzverlusten nicht schafft (Nadine Masshardt, die dann als Jüngste das Parlament eröffnet hätte). Oder wenn man so viel Aufwand betreibt und grosse Chancen hat, aber plötzlich bei den WählerInnen die Hautfarbe mehr gewichtet als der politische Leistungsausweis. Das war etwas zynisch. Aber ich stehe dazu, dass ich enttäuscht bin, dass Markus Meyer nicht weiter vorne liegt. Dass Pardini (1.Ersatz) der grösste Konkurent auf der eigenen Liste ist, wusste man. Dieser hatte ja auch nur rund 300 Stimmen mehr als Markus. Aber mit einem plötzlichen Überflieger hat niemand gerechnet. Schade schade! Markus hätte der SP als profilierter Sicherheitspolitiker (endlich mal) eine undogmatische und Lösungsorientierte Sicherheitspolitik, aber auch eine fundierte Wirtschafts- und Sozialpolitik gebracht.

Mal schauen, was uns diese Niederlage noch beschert. Kann ja auch was positives sein. Aber ob man sich jemals in der politischen Richtung findet? Mehr links oder mehr mitte? Dogmatischer oder undogmatischer? Da gehen die Meinungen auseinander. Aber sie sollten bald wieder miteinander gehen... sonst verlieren wir weiterhin.
Aber ich hoffe und glaube, dass dieser Schock auch positive Nachwirkungen hat!

P.S. in eigener Sache: ich werde auch in Zukunft bloggen. soweit ich Zeit und Lust dazu habe. Vielleicht in Zukunft noch persönlicher und mehr Launen und Gefühle... einfach ohne das "offizielle Kandidatin der SP für den Nationalrat", sondern als Priska Grütter, 21, aus Roggwil, politisch interessiert und engagiert.

2007-10-16

auf zum letzten Gefecht!

Von priskagruetter @ 14:00 [ Wahlkampf ]
Priska am Bahnhof

Ich gehöre nicht du denjenigen , die jeweils laut, hemmungslos und mit erhobener Faust die Internationale singen (doch, eigentlich singe ich gerne, aber weniger politisch!). Mein Titel stammt aus einem Mail-Betreff von M.G (derselbe, den ich schonmal zitiert habe und der sich gerne zitiert sieht ;-) ) und steht für die letzten fünf Tage Wahlkampf.

An vielen Mörgen bin ich an Bahnhöfen gestanden und habe Pendlerinnen und Pendlern mit Karten, Prospekten, Meyer-Stöckli-Biscuits, JUSO-Pulswärmern, Schöggeli, Däfeli, ... beschenkt. Einige Stunden habe ich an Märkten im ganzen Kantonbern verbracht und jeweils bei den hin- und Rückfahrten von den Bussen und Zügen aus die Vielfälltigkeit unseres Kantons neu kennengelernt und bewundert. Einige Male habe ich mich an Wahlvernastaltungen und (schlecht besuchte) Podien gewagt und vorallem gegen Ende des Wahlkampfes stand und stehe ich auch nach Feierabend und im Abendverkauf auf der Strasse und versuche die Leute an die Urne zu bringen.

Viele glauben, das bringe nun nichts mehr. Immer wieder höre ich von Leuten, sie haben schon gewählt.
AAAAABER: es haben noch SEEEHR wenige gewählt! Jede Stimme bringt noch was!
Vorallem viele Junge haben noch nicht gewählt!

Liebe junge und ältere Leute, die noch nicht gewählt haben: Ihr habt noch knapp 5 Tage! Geht wählen! Stimmausweis unterschreiben, Liste ausfüllen, Couvert zukleben und ab in den Gemeinde-Briefkasten! Diese Chance habt ihr erst in 4 Jahren wieder!
Also: an die Urne, fertig los!

2007-10-13

ARENA

Von priskagruetter @ 00:39 [ Wahlkampf ]
Das JPO in der ARENA

Einmal mehr nahm das JPO den langen Weg nach Zürich unter die Beine. Diesmal führte uns der alljährliche Ausflug mitten in den Arena-Wahlkampf. Bereits während der Zugreise nach Zürich entstanden interessante Polit-Gespräche und spätestens bei der Ankunft im Studio trafen wir auf die ersten Polit-Grössen. Wieder einmal etwas knapp angekommen konnten wir uns nur kurz beim Apéro aufhalten, bevor wir ins Studio geführt wurden. Der grösste Teil der JPO-Vertreter nahm auf den Zuschauerplätzen platz, vier schafften es sogar als Lückenfüller in die zweite Reihe. Die Diskussionen zwischen den Parteipräsidenten der fünf grössten Parteien waren brachten uns einen interessanten Einblick in den Wahlkampf, die Taktiken der Parteien sowie deren Themen. In der zweiten Reihe versuchten viele Kandidierende, ein möglichst überzeugendes Statement abzugeben. Unterhaltsam waren aber auch die über Videobotschaften eingesendeten Fragen von Zuschauerinnen und Zuschauern.
Nach der Sendung ergaben sich bei Speis und Trank einige Spannende Gespräche und Diskussionen, bevor wir uns auf den Heimweg begaben. Angekommen in Langenthal beendeten wir unseren Ausflug mit einem gemütlichen Beisammensein in der heimatlichen Gastronomie. Bis zum nächsten Jahr!

2007-10-11

Evi Allemann hütet Kinder

Von priskagruetter @ 21:53 [ Wahlkampf ]
Evi Allemann

Wurde dein Kind schon mal von einer Nationalrätin gehütet?
Heute hättest du genau dies erreichen können. Evi Allemann hat auf dem Breitenreinplatz mit Kindern Memory gespielt. Und die Mamis und Papis konnten ohne Sprösslings-Stress einkaufen gehen.
Was Evi damit aussagte, muss ich wohl nicht noch erklären, oder?

Und was habe ich damit zu tun? Priska, die gemäss Aussagen die "selbstloseste Kandidatin (merci nochmals für dieses Komplimet M.G.!), hat wiedermal mitgeholfen.
War lustig all diese Mamis und Papis und Kiddies anzuquatschen und mit den Mädels und Bübchen Memory zu spielen und zu malen.

Liebe Wähler und Wählerinnen, ihr seht, was wir für einen riesen Aufwand betreiben. Also wäre es äusserst freundlich von euch, wenn ihr alle nun auch wirklich an die Urne geht!
Danke!

2007-10-10

SP verliert / Wahl-ARENA

Von priskagruetter @ 23:48 [ Wahlkampf ]
Parteistärke
Quelle: http://tagesschau.sf.tv/wahlen07/wahlen_2007/svp_auf_neuem_rekordwert (10.10.2007; 23:55Uhr)

Grosse Enttäuschung nach einem grossen persönlichen Einsatz. Die SP verliert erneut an Wählerinnen und Wähler. Wenn man täglich an vorderster Front, also bei den Leuten, Überzeugungsarbeit leistet, mit den Leuten diskutiert, sie überzeugt, ihnen Empfehlungen abgibt und einen grossen Leistungsausweis der Partei vorweisen kann.
Zuweilen ärgert man sich dann schon ab gewissen Parteien, die das Volk "verarschen" und damit noch Stimmen gewinnen!
Warum sonst würden einige Passanten voller Überzeugung mitteilen, sie werden Blocher wählen?
Hier nochmals für alle, die mangels politischer Bildung oder aufgrund von Verschleierungstaktiken anderer Parteien das System nicht verstehen:
Blocher kann NICHT vom Volk gewählt werden! (Genauso wie die Schweiz nicht ohne eine Volksabstimmung der EU beitreten kann. Ebenso wie sich die SVP NICHT wie im Wahlversprechen für tiefere Steuern von Minderbemittelten einsetzt!)

Habe gestern und heute, trotz allmählicher Wahlkampf-Übersättigung, die Wahl-Arenas auf SF 1 geschaut.
Mein Senf dazu:

ARENA 1 Umwelt: starker linker Auftritt mit Wyss und Teuscher! hmm...irgendwie tönt es nun aus allen politischen Ecken nach mehr Umweltschutz...sind nun alle auf der grünen Welle? Ach ja, wir haben ja Wahlkampf und Umwelt tönt nach mehr WählerInnen. Da springen gewisse Parteien auf einen fahrenden Zug auf und vergessen wahrscheinlich nach den Wahlen all zu bald in welche Richtung dieser Zug eigentlich fährt.
ARENA 2 Ausländer und Integration: Eine reine Männerrunde. (Wenn wir nicht einmal die Frauen integrieren können, wie wollen wir dies dann je bei Migranten und Migrantinnen schaffen?Seeehr bedenklich.) Immerhin, trotz der Anzugs-Fraktion (Politiker-Uniform?) entsteht eine angeregte Diskussion, in welcher sich Mario Fehr gut schlägt. Immer wieder zeigt er an konkreten Beispielen allgemeine Probleme auf. Die Linke überzeugt mit einem Aufgebot von engagierten Zweit-Reihen-RednerInnen mit Migrantionshintergrund.
Die SVP stellt ihre seltene Art von jungen SVP-Frauen zur Schau. Typische Aussagen, Angstmacherei, aber keine Lösungen. Und der Gipfel: nach einer langen Diskussion darüber, was der Staat und was die zu Integrierenden zur erfolgreichen Integration beizutragen haben, behauptet Miss SVP Zürich, man spreche NIE davon, was die Ausländer machen müssen. Zugehört???

Trotz langjährigem Einsatz für unzählige Menschen und vorab für die ArbeiterInnen, die Familien, die sozial und finanziell schwächeren der Gesellschaft, die Jugend, die Alten,... und trotz intensivem Wahlkampf solche prophezeiten Verluste an WählerInnenstimmen stimmen nachdenklich...

2007-09-30

Ueli Maurer als Anti-Schweizer

Von priskagruetter @ 23:02 [ Wahlkampf ]
Aber aber Herr Maurer! Wo bleibt Ihr Patriotismus? Sind Sie nicht etwa auch stolz auf unsere Demokratie? Gehört das nicht zu Ihrem Patriotismus?
Na, dann haben Sie aber etwas ganz falsch verstanden!

Nach folgendem Beitrag im SonntagsBlick mache ich mir ernsthaft Sorgen um Ihren patriotischen Stolz!

Blick: SP Präsident Fehr sagt, es würde sich nichts ändern, wäre die SVP in der Opposition.
Maurer: "Darüber kann ich nur lachen. Die anderen Parteien sind personell und gedanklich gar nicht darauf vorbereitet. Wir würden sie zermürben. Mit allen Mitteln.

Blick: Sie drohen wieder mit Angst und Schrecken, um Blocher im Bundesrat zu halten?
Maurer: "Ich sage nur, was kommen wird. Ich lege die Karten auf den Tisch. Die anderen Parteien müssen sich bewusst sein, dass wir ihnen als Oppositionspartei die Luft abschnüren werden. Wir planen alles sorgfältig, in der Hoffnung, dass wir unsere Pläne nicht brauchen werden."

Als linke, weltoffene Patriotin darf ich Ihnen hier unser tolles politische System nochmals erklären:

- Der Bundesrat ist die Schweizer Bundesregierung. Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern (siehe auch Kollegialitätsprinzip), die den einzelnen Departementen der Bundesverwaltung vorstehen. Der Bundesrat wird vom Parlament gewählt.
(Quelle: wikipedia "Politisches System der Schweiz")

- Als Konkordanzdemokratie wird ein Typus der Volksherrschaft bezeichnet, der darauf abzielt, eine möglichst große Zahl von Akteuren (Parteien, Verbände, Minderheiten, gesellschaftliche Gruppen) in den politischen Prozess einzubeziehen und Entscheidungen durch Herbeiführung eines Konsenses zu treffen. Demzufolge spielt die Mehrheitsregel als Entscheidungsmechanismus keine zentrale Rolle im politischen System.
(Quelle: wikipedia "Konkordanzdemokratie")

Ziel dieser "Konkordanz" ist, dass man GEMEINSAM Lösungen findet. Und diese Lösungen sollten ein Land vorwärts bringen.
NICHT Ziel ist, dass sich die Einen gegen die Anderen stellen. Dies würde ein Land blockieren.

Also bitte verhalten Sie sich so reif, wie man dies von einem Mann in Ihrem Alter erwarten kann, und legen Sie das Trotzen ab.
Wer andere "mit allen Mitteln zermürben" will, hat die Konkordanz nicht begriffen!
Wenn das Parlament im Dezember Ihren so wahnsinnig hochstilisierten Herrn Blocher nicht wiederwählt, dann gehört dies genauso zur Demokratie, wie die Demokratie zur Schweiz gehört. (Und wenn er wiedergewählt wird, nehmen alle anderen diese Tatsache demokratisch und fair an.)
Wenn Sie so gegen die Demokratie vorgehen, wie Sie dies anscheinend planen, schaden Sie der Schweiz!
Ich bin für die Demokratie! Ich bin für die Schweiz! Ich bin für eine offene Schweiz, die vorwärts denkt und gemeinsam mit allen Ihren Kräften Lösungen findet!

linke Patriotin

vor dem Superpuma

2007-09-26

Tele Blocher - Komiker in der Regierung?

Von priskagruetter @ 17:14 [ Wahlkampf ]
Blocher Prinzip

Einige Auszüge aus dem äusserst peinlichen und völlig unkritischen Interview auf Tele Blocher, geführt vom treuen Anhänger und Blocher-Prinzip-Buchverfasser Dr Matthias Ackeret:

Dr. Matthias Ackeret: „Aber dr Peter Studer het doch gsäit gha, da wa mir machid segi Politwärbig...“
BR Blocher: „jooo...(blick zu Boden)..ich wäiss nid wa da isch... Ich rede über mini politischi Gedanke. (nuschel) und ich ...Wenn das so guet isch u politischi Werbig de seg ich nüt, aber es isch nid de Zwäck dezue, sondern de Zwäck isch über di politischi Zueständ rede. S chas jo jede, da mache. S het jede di glich Müglechkeit i öisem Land.“

Sorry, was genau wissen Sie da nicht, was es ist, Herr Blocher?
Und dass dies nicht der Zweck sei, können Sie dies ohne rot zu werden behaupten? Warum kommt dann Tele Blocher so kurz vor den Wahlen und nicht mitten in der Legislatur?
Auch das mit den gleichen Möglichkeiten ist nicht ganz so: kaum jemand hat so viel Geld zur Verfügung für Wahlwerbung wie Sie!

Dr. Matthias Ackeret: „Jez säidme ja, da wa mir machid seg vil zweni kritisch. Jez wenn si chli zrugglueged uf Ihri Karriere: Wivill würkli ganz kritischi Interview wosi hine abe gange sind händ si denn eiglech erlebt?“
BR Blocher: „jo aso i ha praktisch nu ganz verruckt kritischi Interview gah. Das heisst si si gar nid kritisch gsi sondern sisch eifach denn en volle Agriff gsi und dänn het me müesse entgegne.“



ooohhh....Sie armer! Mit dem muss man leben wenn man so polarisiert.

Nach einer Rückfrage, ob denn Peter Studer ein kritischer Interviewer gewesen sei, an was sich Blocher nicht mehr erinnern kann, verteidigt er seinen grossen Anhänger, Fan und Plattform-Bieter in der 3.Person, obwohl dieser Ihm gegenüber sitzt:

„Ich ha nid s gfühl, de Matthias Ackeret duet mi kritisch froge. Er holt Theme füre (mit einer Hand wild gestikulierend bzw rudernd) und äh... und er macht e chli uf Widersprüch ufmerksam. Aber wüssed si, das färnseh meint es dörfi nur si „eine (wild mit den Fäusden gegeneinander schlagend) kontradiktorisch gegenenander“ also bi mir vorallem. Anderi redet jo denn sehr (wild mit beiden Händen in der Luft rührend), sehr ...ääähh...bräit und...und..chömed Froge über die heissed faschd „Sind sie nicht auch der Meinung, dass..“ , damit dr ander das cha säge. Da hani nideso gern, die sebe Interview.“


Meinen treuen Anhänger würde ich auch so verteidigen (wohl aber in Du-Form, wenn er mir gegenüber sitzen würde).

Dr. Matthias Ackeret: „Aber d Gegner seged ja au das ligi au dra weg ihrem Plakat. Aso das Schöfliliinserat zum Bispil, das sig ja eigentlich dr zündstoff vo dem ganze Komplott.“

Blocher: „aso zersch isch da nid MIS Plakat. Aber ufpasse. Mit dem hani jez nüt z due gha. Aber das isch d SVP wo säit di kriminelle Uslender müend s Land verloh und zeiged: kriminelli Uslender sind das schwarze Schaf in einer Gemeinschaft. Und me het de Inhalt nid gern. S isch nemli no intressant: Das Plakat isch 4 Wuche ghanged bis dr Lerme losgange isch. Mi hets also am Afang nidemol gmerkt...(ringen mit den Händen) dasses so schlimm sötti si. Und s hends a jedi Hushaltig gschickt. Aber mi wott nid das isch immer bim Stil, mi wot de nie über dr Inhalt rede. Will me weiss ...“ (Ackeret unterbricht).

Lieber Herr Blocher, wir haben 4 Wochen versucht zu ignorieren, dass eine schweizer Partei Wahlkampf auf solch tiefen Niveau macht. Das war keinenfalls weil wir es nicht gemerkt haben. Und die Trötzeler aus Ihrer Partei haben das nicht ertragen, dass nicht reagiert wurde, und mussten unbedingt noch ein weisses Schäfchen erstechen.
Irgendwann muss ja reagiert werden. Denn wer nichts sagt, ist einverstanden.

Da kann man wohl nur einmal mehr das Zitat von Oliver Reichenstein (http://8.12.36.59/articles/10388) wiederholen:

"Ist ja wirklich koestlich, wie ein einziger Schnuurisiech, der aussieht wie ein armer Streber mit Derrickbrille und spricht wie ein Gemeindearbeiter auf Kokain, die ganze Schweiz - rechts wie links - seit Jahren zum Narren haelt. Ein Milliardaer als Mann vom Volk. Ein Schlossbesitzer als Bauer. Ein Demagoge als Bundesrat. Und demnaechst: Eine Schiessbudenfigur als Bundespraesident. In ein Paar Jahren vielleicht ein Militaerputsch als Demokratisierung? Koestlich. Duerrenmatt ist viel zu frueh gestorben. Wie gerne haette er das erlebt!"

2007-09-25

wahlen.ch mobbt Kiener-Nellen aus dem Nationalrat!

Von priskagruetter @ 14:54 [ Wahlkampf ]
Peinlich, wenn eine informative Homepage zu den eidgenössischen Wahlen 2007 mit dem prominenten Namen www.wahlen.ch falsche Informationen harausgibt.

Sozial, wie ich bin, lästere ich nicht einfach über die Fehler der anderen, sondern helfe konstruktiv, Fehler zu verbessern.

Deshalb mein Mail an die Verantwortlichen der Homepage:

Lieber Webmaster/ liebe Webmasterin der seite www.wahlen.ch

Gerade bin ich auf eurer Seite herumgesurft und habe erstaunt festgestellt, dass ihr dem Kanton Bern nur 25 Nationalräte und-rätinnen zuschreibt.

http://www.wahlen.ch/new/index.php?sid=051f899a0732c5247f2cb8de30928efa&sid=051f899a0732c5247f2cb8de30928efa&item=./kanton/detail&kanton=BE

Meines Wissens sind es aber 26.
Bei genauerem Hinschauen habe ich die Fehlende gefunden: Margret Kiener-Nellen, SP

http://www.wahlen.ch/new/index.php?sid=051f899a0732c5247f2cb8de30928efa&item=./kanton/eglg&kanton=BE&rat=

Auch wenn sie allenfalls diesen Sitz wegprophezeien, im Moment ist Frau Kiener-Nellen noch Berner SP Nationalrätin.

Ich bitte Sie deshalb, der Berner SP den 4. Frauen-Sitz, den Sie auf Ihrer sonst sehr informativen Homepage unterschlagen, zurückzugeben.

herzlichen Dank und mit freundlichen Grüssen

Priska Grütter

wahlen.ch

wahlen.ch

2007-09-21

Strassenwahlkampf umsonst?!

Von priskagruetter @ 22:44 [ Wahlkampf ]
Wahlkampf

Wahlkampf heisst im Moment für mich mehrmals in der Woche um 05:00 Uhr aufstehen, per SBB schlafend an irgend einen Bahnhof im Kanton Bern transportiert zu werden und dort zwischen 06:30 und 08:00 möglichst viele Pendlerinnen und Pendlern von der SP als beste Wahl zu überzeugen.

Der Wahlkampfexperte Mark Balsiger (Mark Balsiger, Huber Roth: "Wahlkampf in der Schweiz. Ein Handbuch für Kandidierende", Verlag Boarde Crossing 2007) schreibt in seinem Buch folgendes über den Strassenwahlkampf:

Strassenwahlkampf
Standaktionen sind die häufigste Form des Strassenwahlkampfs.
Vor Einkaufszentren oder in Bahnhöfen werden Drucksachen ver-
teilt, Unterschriften gesammelt oder den Passanten kleine Werbe-
geschenke mitgegeben. Grundsätzlich gilt: Je flüchtiger der Kon-
takt, desto geringer die Chancen auf zusätzliche Stimmen. Fälschli-
cherweise wird die Anzahl Flugblätter oder Feuerzeuge, die verteilt
wurden, als messbares Kriterium für den relativen Erfolg einer Ak-
tion herbeigezogen.
Ein Kandidat, der sich im Strassenwahlkampf bekannter machen
will, muss unzählige Aktionen durchführen. Die Zürcher Regie-
rungsratskandidatin Ursula Gut war im Frühjahr 2006 während Wo-
chen fast jeden Abend und jeden Samstag mindestens eine Stunde
auf der Strasse. Ihre Partei, die FDP, hatte quer durch den Kanton die
Standaktionen geplant. So kam Gut in Kontakt mit der Parteibasis in
den Gemeinden, aber auch mit anderen potenziellen Wählern.
Bei solchen Aktionen sollte im Voraus eine nüchterne Kalkulation
von Aufwand und Ertrag gemacht werden. In 60 Minuten verteilt ein
Kandidat problemlos mehrere hundert Flugblätter – mit einem repe-
titiven «Danke!» oder «Voilà!» Ein paar Sekunden später sind viele
der Flugblätter auf dem Boden oder im nächsten Mülleimer gelandet
– ungelesen. Will der Kandidat tatsächlich neue Stimmen gewinnen,
ist das nur mit persönlichen Gesprächen zu erreichen. Das heisst, die
Kontakte schrumpfen auf vielleicht ein oder zwei Dutzend pro Stun-
de. Wer talentiert ist in Small Talk und in der ungezwungenen Inter-
aktion mit Passanten jeglichen Alters und sozialer Herkunft, sollte
sich dennoch ein paar Abende oder Samstage für solche Aktionen
Zeit nehmen. Aus unserer Erfahrung sind sie gut für die Motivation
eines Kandidaten und seiner Crew. Die vielen Rückmeldungen ge-
ben Auftrieb, in Stimmen ummünzen lassen sie sich kaum.

Heisst das also, dass, wenn ich/wir nicht täglich auf der Strasse Wahlkampf machen, mein Frühaufstehen umsonst ist?

Wie halten es andere Kandidierende mit Strassen- und ÖV-Wahlkampf?

Wie empfindet die grosse Menge Wählerinnen und Wähler den Strassenwahlkampf? Wird die Bereicherung mit Information, die Wahlempfehlungen und der persönliche Kontakt zu Kandidierenden und deren Unterstützenden geschätzt?

So oder so, ich werde wohl noch einigemale gegen die allmorgendliche bleiernde Müdigkeit kämpfen müssen. Irgendwie muss man ja auch alles Wahlmaterial an die Frau und den Mann bringen.
Und das Verteilen macht meist wirklich Spass! Und übrigens: mit Schöggeli dazu nehmen gewisse Leute wohl fast alles ;-) .


2007-09-11

Von Kopflosen Wahl-Slogans und lustigen Podiumserfahrungen

Von priskagruetter @ 23:05 [ Wahlkampf ]
Wenn man so den Strassen entlang fährt, sieht man momentan auf allen Bauernfeldern "SVP-Gringe de Outo zuegrinse". Und da liest man zuweilen von merkwürdigen Kombinationen von Köpfen und Slogans. Da preist sich doch tatsächlich einer mit "Wählen Sie frisch" an. Jahrgang? 1958! Naja, unter frisch hätte ich jung und sprutzig verstanden. Und so sieht dieser stattliche Herr beim besten Willen nicht aus. Aber lassen wir das. Humor schadet nie. Selbstironie sowieso nicht.

Und da kommt doch heute Abend am Podium, an welchem ich eingeladen war, ein junger Bursche selbiger Partei (und mit einem J. zwischen Vor- und Nachnamen!) und will dem Publikum weismachen, seine Partei kämpfe für Freiheit. Und darunter verstehe er und seine Partei, dass jeder Soldat seine Waffe zuhause haben kann.
Da fühlte ich mich gezwungen, das amerikanische Freiheits-Verständnis dieses jungen Herren mit der persönlichen Bemerkung, dass ich als Offizier mich nicht freier fühle mit einer Pistole zuhause, arg zu hinterfragen. Was mir dann auch viel Lob einbrachte.
Oder setzen Sie den Besitz einer Ordonanzwaffe mit Freiheitsgefühl in verbindung??

Diese Anekdote zu meiner ersten Wahlkampf-Podium-Erfahrung.

Priska am Podium

Priska am Podium

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