Berner Grossrat stimmt dem Stimmrechtsalter 16 zu :-)
Stimmrechtsalter 16 ist ein wichtiges Anliegen für mich. Vorallem wegen der persönlichen Betroffenheit. Ich hätte mir mit 16 Jahren sehnlichst gewünscht, dass meine Meinung nicht nur in Jugendorganisationen (Jugendparlament und Jungparteien) zählen würde, sondern dass ich auch von der "grossen" und "wichtigen" Politik ernst genommen werden würde.
Gestern standen einige Jugendliche vor dem Rathaus und begrüssten die Grossrätinnen und Grossräte zu ihrer Session, verbunden mit der Bitte, ihrem Anliegen zuzustimmen. Bereits da hatte ich einige Diskussionen, die mich ob der Argumentation einiger PolitikerInnen z.T. erschrecken liess (z.B. meine beiden Kinder wollen mit 16 und 17 Jahren nicht stimmen gehen, also wollen es die Jugendlichen garnicht. Stichhaltig???Repräsentativ???).
Anschliessend an die Aktion verfolgte ich die Debatte von der Zuschauertribüne aus.
Traurig, wie sich einige Politiker zu der Jugend äussern. Dabei darf man nicht vergessen, dass die heutige Jugend der Nachwuchs der heutigen Erwachsenen ist. Weshalb traut man der eigens aufgezogenen und erzogenen Jugend nicht zu, dass sie entscheidungsfähig sind. Nach 16 Jahren Erziehung und 9 Jahren Schule soll man noch nicht zu einem Urteil fähig sein?
Die meisten Jugendlichen seien nicht politisch interessiert. Wird man denn nur wahrgenommen, wenn man negativ auffällt?
Des weiteren wurden noch einige Argumente aufgezählt, die ich nicht nachvollziehen kann. Dass die SVP dagegen ist, hatte ich nicht anders erwartet. Vom Freisinn hätte ich hingegen mehr Liberalismus bei dieser liebralen Vorlage gewünscht. Man muss ihnen aber zugute halten, dass sie sich nicht geschlossen gegen die Vorlage stellte, sondern jeder einzelne für sich entscheidne konnte und sich einige tatsächlich für eine JA-Stimme entschieden.
Und nun ein weiteres Beispiel, dass Politik spannend sein kann: nach vielen Pro- und Kontra-Referenten folgte die lang ersehnte und doch gefürchtete Abstimmung.
Ich gebs zu: ich war nervös! Ich drückte die Daumen und starrte gebannt auf die Resultate-Tefel. Endlose Sekunden vergingen und ich konnte beim besten Willen nciht abshcätzen, ob dort nun mehr rote oder mehr grüne Punkte zu sehen waren. Dann endlich die erlösenden Zahlen: 79 Ja, 74 Nein, 1 Enthalten. Juhui, erste Hürde geschafft! Und schon rannte ich fast aus dem Rathaus um doch noch rechtzeitig an die Uni zu kommen.
Mein Tag hat also mit (spannender und emotionaler) Politik begonnen und er endet mit diesem politischen Blog-Eintrag.
Passt ja, denn letztlich ist das ganze Leben Politik! Eine spannende Sache!