2009-05-04

Dialog, statt Ausgrenzung – Besuch des Minaretts in Wangen bei Olten

Von priskagruetter @ 22:10 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Die Juso Oberaargau und die Juso Region Olten besuchten vergangenen Samstag gemeinsam den Türkischen Kulturellen Kreis in Wangen bei Olten (OTKO). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde folgte eine Führung in die beiden Gebetsräume, wie auch durch die Kurs- und Aufenthaltsräume. Im Vordergrund standen vorallem Gespräche über das Minarett, aber auch auch über die Veranstaltungen, welcher der Verein durchführt. So haben die Besucher erfahren, dass Nachhilfekurse in Deutsch, Französisch, Mathematik und spezielle Gesundheitskurse für Frauen angeboten werden. Der Iman beantwortete auch zahlreiche Fragen über die Religion Islam. Seit der Planung des inzwischen realisierten Minaretts wurde einige Male kritisch in den Medien über das OTKO berichtet. Viel Aufmerksamkeit erregte eine gehisste Fahne des Grauen Wolfes, welches offenbar das Symbol einer politisch umstrittenen Organisation in der Türkei ist. Die anwesenden Juso und insbesonere Claude Wagner, Gemeinderat in Wangen bei Olten, wollten auch diese kritische Frage direkt von den Betroffenen beantwortet haben. Hier betonte der Verein, dass es sich um ein mythologisches Symbol handle und dies in keiner Weise mit einer politischen Organisationen in der Türkei zu tun habe. Bei einem Apèro konnten weitere Fragen diskutiert und beantwortet werden, bevor sich die Juso wieder verabschiedete. Für beide Seiten war klar, dass auch weiterhin die Integration und der Dialog im Vordergrund steht.
Die Juso wird sich auch im kommenden Abstimmungskampf zur Anti-Minarett-Initiative für die Wahrung der Religionsfreiheit, gegenseitige Toleranz und Offenheit einsetzen.

JUSO Oberaargau

JUSO Oberaargau

MInarett Wangen bei Olten


Kommentare

Patrick Fluri - patrick_fluri [at] bluewin.ch
2009-05-07 16:23:06

Schön, dass Ihr Euch in Sachen Religion für gegenseitige Toleranz einsetzt. Offenbar seid Ihr so blöd und glaubt, dass dies machbar ist.Der Islam ist sicher eine interessante Religion, aber er dultet keine andere Glaubensrichtung neben sich.
Ach ja, im Moment muss die Anti-Minarett Iniative zwingend angenommen werden, bis bei den Islamisten ein Umdenken stattgefunden hat.

Priska
2009-05-07 23:21:16

Wer das Denken und die politische Meinung anderer als "blöd" bezichnet, leidet offenbar am Wertezerfall unserer Gesellschaft, die Anstand und gegenseitig Achtung einmal hochgehalten hat.

Es ist tatsächlich eine Meinungsfrage.

Allerdings bin ich der Überzeugung, dass unser Rechtsstaat bewährt und sinnvoll ist. Und wenn gemäss unserer Verfassung in unserem Land Religionsfreiheit besteht, gilt dies für alle in unserem Staat lebenden MEnschen und bestehenden Organisationen. Es dürfen alle ihre Religion ausüben, müssen aber auch die anderen Religion daneben tolerieren. Tun sie dies nicht, verstossen sie gegen die Verfassung und machen sich strafbar. Punkt.
Oder zweifelst du an unserem Rechtssystem? dann müsstest du da Änderungen fordern.

Abgesehen davon ist ein Minarett ein "türmchen-artiger Aufbau" auf einem Gebäude und daher darf dies für den Staat nur eine baurechtliche Frage sein.

Wer Minarette verbietet, treibt die Muslime in den Untergrund. Und dies erachte ich nicht als förderlich für ein friedliches Zusammenleben.

Giorgio Girardet - girardet [at] uerte.ch - http://www.willensnation.blogspot.com
2009-05-11 07:49:15

Liebe Jungpolitikerin und Leutnant

Einige kurze Winke in Geschichte, von wegen "unsere Werte und Anstand".

Der Bundesstaat von 1848 wurde von Deinen protestantischen Militärkameraden geschaffen im Sonderbundskrieg. Die Katholiken kamen als besiegte in den Bundesstaat. Die Walliser haben diesem Bundesstaat nie zugestimmt. Die Entstehung des Bundesstaates war also höchst "unanständig". Gewalt ist immer im Spiel wenn sich Staaten bilden, später dann kann man die Sonntagsreden für die Gutmenschen halten. Bis in die 1970er Jahre waren die Jesuiten in der Schweiz verboten, weil man sie fürchtete wie heute die Islamisten. zwischen 1848 und 1970 wurden die Katholiken, die im übrigen seit 1291 gute Eidgenossen waren in das Korsett des Schweizerischen Staatskirchenrechts gezwungen. Sie fühlen sich noch heute nicht ganz wohl darin. Siehe die ständigen Konflikte (Bf, Haas, Röschenz). Erst mit der Abschaffung der Bistumsklausel (vor wenigen Jahren) wurden die Katholiken in der Schweiz den Protestanten gleichgestellt. Es dauerte mehr als Hundert Jahre. Wenn Du anno 1847 mit "Respekt und Anstand" gekommen wärst: du würdest heute vielleicht nicht in einem friedlichen Bundesstaat leben.

Muslime gibt es in der Schweiz erst seit 30 Jahren in nennenswerter Anzahl. Im Gegensatz zu den Katholiken, handelt es sich nicht um eine andere Konfession, sondern um eine gänzlich andere Religion, innerhalb deren es durchaus sehr militante Phänomene gibt. Im Gegensatz zu den Kahtoliken, die alle von Rom gesteuert werden, ist die muslimische Realität ein ethnisches Patchwork. Die Türken stellen den Haupharst, diese haben aber mit Bosnischen Muslimen oder Irakischen Muslimen wenig am Hut. Es gibt keine gemeinsame muslimische Körperschaft, wie bei den Katholiken. Es gibt aber sehr wohl muslimische Rechtsvorstellungen und Staatsvorstellungen, die mit unseren schwer kompatibel sind. Diese Probleme muss man in gegenseitigem Respekt angehen, aber immer im Auge behalten, dass wir aufgrund unserer von christlichen Werten geprägten Verfassung nicht bereit sind muslimische Rechtsvorstellungen auf dem Territiorium der Schweiz zu dulden. Wir brauchen einen "eidgenössischen Islam". Erst wenn die Muslime in der Schweiz den "eidgenössischen Dank- Buss und Bettag" mit uns feiern, erst wenn sie eine Körperschaft aus eigenem Antrieb bilden, in der bosnische und türkische und irakische Muslime einen auf deutsch, italienisch oder französisch predigenden Imam haben, erst dann kann man den Islam auf Schweizer Boden den Landeskirchen gleichstellen: sprich ihm das Recht erteilen, Türme zu bauen. Erst wenn es dem muslimischen Jungen klar ist, dass sein Heiligtum in Mekka liegen mag, er aber unter dem Kommando vom "Bunker-Mami" notfalls auch auf ausländische Glaubensbrüder schiessen müsste, Erst wenn die Armee für ihre muslimische AdAs Imame bereitstellt, die in der Schweiz ausgebildet werden, dann werde ich dem Bau von Minaretten in der Schweiz zustimmen. Denn vorher laufen wir Gefahr, dass irgendwelche Hitzköpfe unsere Toleranz als Schwäche Missverstehen und sich im Bahnhof Stadelhofen zu stosszeiten in die Luft sprengen, um den Kampf um das Schweizer territorium zu beschleunigen und mit 70 Jungfrauen im Paradies zu erwachen.

Wer Minarette verbietet treibt mit Nichten und Neffen in den Untergrund, sondern er zwingt die Muslime in der Schweiz über ethnische Grenzen hinweg sich zu einer Körperschaft nach schweizerischem Staatskirchenrecht zu verfassen und die gleichen Pflichten und Rechte dem Staate gegenüber auszuüben wie die Landeskirchen. Sobald eine solche Struktur vorhanden ist: baut die Minarette in einem schweizerischen Stil, denn diesen neuen "eidgenössischen Muslimen" wird es ein Anliegen sein Ihre Heimatliebe zu zeigen. Lässt man sie aber schon jetzt in grosser Zahl ihre türkischen, bosnischen, saudischen Minarette bauen, so werden sie eine parallelgesellschaft bleiben, die uns auch Gefahr bringen kann.

Leider haben die Landeskirchen die Minarett-Initiative zur Ablehnung empfohlen. Dies ist auch die Pflicht der Kirchen als Sachwalterinnen christlicher Nächstenliebe. Der Staat aber, der ein von christlichen Werten geprägter Staat ist, kann es nicht dulden, dass auf seinem Territirium Herrschaftssymbole aufgerichtet werden, die zum "Allmächtigen", der noch immer die Grosse Klammer der Verfassung bildet in blutigen Konflikt treten könnte.

Dein Votum Priska ist vor dem Hintergrund des schweizerischen Staatskirchenrechts etwas blauäugig. Mach dich schlauer. Ich lass mich gerne überzeugen. aber vorerst Stimme ich Ja zur Minarett-Initiative, im Wissen, dass auch unsere katholischen Miteidgenossen 3 Generationen brauchten um sich im Bundesstaat, den wir ihnen blutig aufgezwungen zurechtzufinden.

Giorgio Girardet - girardet [at] uerte.ch - http://www.willensnation.blogspot.com
2009-05-11 08:13:23

PS. Und übrigens, Priska, blogge noch mal was zu 500 Jahre Calvin. Ich muss vermuten, dass du keine Ahnung von ihm hast. Aber Du kannst kaum in einem so calvinistisch geprägten Land wie der Eidgenossenschaft tätig sein, ohne den wirkungsmächtigsten Wegbereiter der Moderne wenigstens in den Grundzügen begriffen zu haben.

Guido Müller - guido_guide [at] hotmail.com
2009-07-28 16:56:18

Ich habe den Kommentar von Patrick Fluri gelesen (leider), kann es sein, dass er Oberleutnant ist, ein bisschen übergewichtig und im SF DRS im Bunker von vorgestern sitzt (geile Sendung [obwohl nicht gesehen], Millionen, von Kriegsopfer, von Juden und andere Minderheiten, von Vertriebenen und wir Schweizer sitzen im Bunker und beliefern Hitler - wie krank ist diese Welt)?

Lieber Gott lass Hirn regnen!

Zur Sache: Toleranz und Nächstenliebe sind nicht nur schweizerische, sondern auch christliche Werte, deshalb wird diese rasistische Initiative (hoffentlich) abgelehnt!

Bruder Bernhard - bruderbernhard [at] bluewin.ch - http://www.bruderbernhard.ch/latriperie
2009-11-02 11:58:08

also, liebe Priska Grütter, irgendwie tönt diese Passage über die Grauen Wölfe doch ein wenig nach Politikersprache, d.h. Verwedelung. "Mir wöi jetz hie nid grüble", heisst es ja so schön.

Mich bringt es schon ins Grübeln, wenn eine Fahne mit einem Grauen Wolf da hängt, wo doch jeder weiss, dass die Organisation der Grauen Wölfe eine rechtsradikale Vereinigung in der Türkei ist. Wer soll hier eientlich für dumm verkauft werden?

Ich lege die Hand für die Richtigkeit der hier gefundenen Passage nicht ins Feuer, da auf einer Minarettgegnerseite publiziert, aber man sollte doch mal lesen, was der Inlandnachrichtendienst über Olten und die Grauen Wölfe hier schreibt:
http://www.minarette.ch/pdf/03-minarett.pdf

gert - gert233 [at] gmx.ch
2009-11-16 02:47:07

", welches offenbar das Symbol einer politisch umstrittenen Organisation in der Türkei ist." - SP

"ls Feindbilder sehen die Grauen Wölfe die kurdische Untergrundorganisation PKK, sie werden auf einschlägigen Webseiten als „Babymörder“ bezeichnet. Als weitere Feindbilder sind Juden, Zionisten, Freimaurer, der Vatikan, Kommunisten, Armenier, Griechen, Perser und die Vereinigten Staaten zu nennen.[2][3]" - Wikipedia.

JA zum Minarettverbot! NEIN zur Augenwischerei der Linken!

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