2008-12-21

Weihnachtszeit am Puls der Konsumgesellschaft

Von priskagruetter @ 21:37 [ persönliches & diverses ]
Weihnachtszeit ist die Zeit der Konsumgesellschaft. Als Weihnachtsasuhilfe in einem grossen Manor-Warenhaus bekomme ich dies täglich zu spüren. Besonders an den Samstagen und an den beiden Sonntagsverkäufen marschieren die Massen auf. Wahnsinn, was da alles gekauft wird. Was mir aber immerhin den Job garantiert. (Bei Loeb wurden ja offenbar die Weihnachtsaushilfen, wegen schlechtem Umsatz, entlassen.) Nur bin ich momentan fast täglich am arbeiten, was die seltenen Blogberichte erklärt. Deshalb freue ich mich auf die beiden kommenden Feiertage, die mir eine Verschnaufpause beschaffen. Aber auch sonst freue ich mich auf die Fesstage, auf Geschenke verschenken, auf Familie und gutes Essen und schöne Gesellschaften.

Meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich frohe, besinnliche und erholsame Festtage und gemütliche Freitage!

2008-12-12

Der neue VBS-Chef...

Von priskagruetter @ 08:57 [ nationale Politik ]
...heisst, wie inzwischen alle wissen, Ueli Maurer. Grosse Begeisterung ist mir darüber, wie die meisten vermuten, nicht zu entlocken. Aber ich akzeptiere diese zwar knappe und unter Erpressungsversuchen der SVP erfolgte, aber doch letztlich demokratische Wahl. Geben wir Herrn Maurer die Chance, sich als Bundesrat und VBS-Vorsteher zu bewähren. Vielleicht schafft er ja den Rollenwechsel besser als der vormalige Parteiführer im Bundesrat.

Nun, glücklicherweise kann Herr Maurer ja nicht im alleingang die SVP-Vorstellungen einer Armee verwirklichen. Dies wäre ein tragischer Rückschritt. Allerdings kann ich wohl die Hoffnung auf zeitgemässe Reformschritte für ein paar Jahre begraben.

Einen Wunsch habe ich an Herrn Maurer: er soll bitte nie einen Truppenbesuch bei mir im WK machen. Ich hätte Mühe, einen, der als Parteipräsident sehr oft die Grenzen des Anstandes überschritten hat und einige Sprüche herausgelassen hat, die in unserem zeitalter mehr als bedenklich sind, ohne kritsche Bemerkungen und geheuchelt-freundlich zu grüssen.

Für seine Zeit im VBS wünsche ich Herrn Maurer, dass er deutlich merkt, welche Schwierigkeiten die Führung des VBS und die damit verbundenen Entscheide bedeuten. Vielleicht denkt er dann auch einmal ein wenig menschlicher über seinen Vorgänger.

Herrn Schmid danke ich für seine berührenden und Staatsmännischen Abschiedsworte. Seine Rede war der eines abtretenden Bundesrates mehr als würdig (und kein Vergleich zu der himmeltraurigen Schimpftirade im letzten Dezember). Seine Emotionen waren sicht- und fühlbar. Als Bernerin bedaure ich den Rücktritt des Berners, welcher ausgerechnet durch einen Zürcher ersetzt wurde. Interessanterweise war die geografische Konkordanz kaum ein Thema. Natürlich soll ein möglichst (Mehrheits-)Fähiger gewählt werden, aber deren hätte es auch aus der Berner SVP gegeben. Wiedereinmal ist der Kanton Zürich übervertreten. Bleibt zu hoffen, dass sich dies bei einem Rücktritt Leuenbergers positiv für meine Wunschkandidatin aus der Berner SP auswirken wird.

2008-12-09

Spannung in Bern, Unterhaltung in Roggwil, Enttäuschung in Huttwil

Von priskagruetter @ 01:14 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Der Mittwoch wird spannend. Spannende Bundesratswahlen wie noch selten. Im letzten Jahr wars eine grosse Überraschung. Und ich gehörte zu den ersten, die über die Blocher-Abwahl gebloggt haben. Bisher konnte ich es mir noch immer irgendwie einrichten, dass ich die Bundesratswahlen schauen konnte. Für mich eines der spannendesten taktischen und personalpolitischen Ereignisse in der Schweiz. Diesmal kann ich das Ereigniss leider nicht mitverfolgen. Aber ich werde meine Informationen erhalten. Nur, bloggen kann ich frühestens mit grosser Verspätung am Abend. Schade.
Ich hoffe auf jeden Fall auf Überraschungen! Von den bisher Nominierten kann ich mir keinen als Bundesrat vorstellen (inkl. den grünen Kandidaten).

Es ist spät und ich sollte nun besser schlafen statt bloggen. Bei uns im Dorf war wiedereinmal Gemeindeversammlung. Wiedermal sehr gut besucht. Ich durfte am Boden sitzen. Aber ich liebe solche Veranstaltungen. Da ist Herzblut dabei. Das ist Dorfpolitik. Da kann man sich ärgern, motzen, diskutieren, abstimmen, ... und am Ende sitz man in der Beiz und laveret über Gott und die Welt. Das ist Dorfpolitik. Das ist Roggwil. Urkritisch, wenn es etwas Neues zu bekämpfen gibt, lässts sich mobilisieren, emotional, stürmisch, ... aber im Ochsen, da giiigets dann wieder.

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung habe ich erfahren, dass mein Kolege, Adrian Wüthrich, in Huttwil, nach dem er die Wahl um das Gemeindepräsidium in einer Kampfwahl verloren hat, aber immerhin 40% Wähleranteil erreicht, das Vizepräsidium nicht erhalten hat. Die Bürgerlichen hatten offenbar Mühe mit seinem Wahlkampf. Dabei hat Adrian nicht mal jemanden direkt kritisiert oder angegriffen. Sogar sein Blog und andere Blogs, die über die Huttwiler Wahlen berichteten, stiessen sauer auf. Dabei ist Ädus Blog sowas von sachlich und "nett". Und für die anderen Blog muss er beim besten Willen keine Haftung übernehmen.
Ich habe mich bisher nicht zu diesem Thema geäussert. Aber sowas stösst mir gewaltig sauer auf! Da ist ein junger Mann, der dazu steht, politisch etwas erreichen zu wollen und der ehrgeizig für sein Ziel kämpft. Und in Huttwil findet man allen Grund dafür, ihn auszubremsen.
Äxgüsi, aber was bitte schön war nicht fair an Ädus Wahlkampf? Nur weil er den Mut hatte, das Gemeindepräsidium nicht kampflos den bürgerlichen zu überlassen, ist er verdächtig?
Huttwiler Bürgerliche, macht die Augen auf und schaut nach Amerika! Das ist Wahlkampf!