2008-06-21

JUSO, Offizierin und endlich in der Arena zu Wort gekommen...

Von priskagruetter @ 16:33 [ nationale Politik ]
Priska Grütter , Offizierin, Juso/BE: „Wo Menschen Entscheidungen treffen, passieren immer Fehler. Man muss auf jeden Fall versuchen, diese Risiken zu minimieren. Es gibt aber Probleme in der Armee, von denen ich denke, dass sie mit der Reform gekommen sind und denen man mehr Beachtung schenken müsste. Zum Beispiel das junge Kader: Ich bin mit 18 in die RS eingerückt, war mit 19 Leutnant und konnte einen Zug übernehmen. Das war eine super Chance, die ich in der Wirtschaft nicht gehabt hätte. Aber es ist auch eine grosse Verantwortung. Und ich denke, da müsste man schon hinterfragen, ob man die Hierarchiestufen nicht anpassen müsste.“

Quelle: http://www.sf.tv/sf1/arena/index.php

2008-06-16

ein Lebenszeichen

Von priskagruetter @ 22:05 [ persönliches & diverses ]
Liebe Leserinnen und Leser

Sorry tausend für meine momentan raren Beiträge! Es läuft sooo viel und ich hätte einiges zu Berichten, aber ich komme kaum dazu. Da laufen tausend Dinge in meinem Leben und vieles läuft auch in meinem Innern ab. Da sind EM-Emotionen, Arbeits-Emotionen, Gemeindeversammlungs-Emotionen, Armee-Emotionen, Greenfield-Festival-Emotionen, Organisations-Stress-Emotionen, u.s.w.
Aber nun der Reihe nach:

- Ich war in der Arena, habe aber wiedermal nichts gesagt. Die Diskussion war aber auch komisch. Viel Wechsel, wenig Diskussionsführung, viel schon oft Gesagtes, fast schon braves Zurückkrebsen. Da hätte ich echt nichts Schlaues in die Diskussion einbringen können. Und im Gegensatz zu vielen PolitkerInnen mag ich nicht nur etwas sagen, damit was gesagt ist. Da sschweige ich lieber und war dann halt einfach da, damit die SP/JUSO vertreten war. Schliesslich gehören wir nicht zu den Diskussionsverweigerer und Arena-Blockierer.

- Ich war an einer einzigartigen Gemeindeversammlung und habe auch dort nichts gesagt. Aber mich amüsiert. Wegen meines langen Arbeitsweges war ich spät dran und hoffte, mit Verspätung hinten rein schleichen zu können. Aber soweit kam es garnicht. Die Aula war übervoll. Ich stellte mich zu den "in den Türrahmen-Gucker". Und ich amüsierte mich. Noch nie habe ich so viele TeilnehmerInnen an einer Gemeindeversammlung erlebt. 301 Personen! Und dies alles wegen einem Kredit eines langen Roggwiler Traums: eine Badi-Rutschbahn. Was da die Leute plötzlich alles für Ideen haben, was man in der Badi sonst alles machen könnte. Das ging von Schattendach fürs Kinderpool über einen Rollstuhltauglichen Ausbau bis zu Beheizung des Pools.
Aufgrund der negativen Stimmungsmache habe ich mit einer Ablehnung des Kredits gerechnet. Oder dann mit einem allgemeinen Stimmungsumschwung. Eigentlich habe ich mit allem gerechnet, nur nicht mit dem, was dann beschlossen wurde: zurückweisung des Projekts und Auftrag an den Gemeinderat, das Projekt auf die ganze Badi auszuweiten.
Interessant, dass Geld ein Gegenargument war und schlussendlich für eine ziemlich sicher massiv teurere Variante entschieden wurde (schon nur ein Projektierungskredti, da dieses MOnster-Projekt kaum alleine von Laien geplant werden kann). Tja, interessant, welche Traktanden die Bürgerinnen und Brüger an eine Gemeindeversammlung treibt. Und dies alles trotz EM!

- Ja, die EM. Ich hatte noch gar kein Zeit, ein Schweizer-Nati-Shirt zu kaufen und schon ist die Schweiz draussen. Ich war den Tränenen nahe. Meine Enttäuschung ist gross. Für wen soll ich denn nun fanen? Die EM hat für mich einiges an Reiz verloren. Trotz dem (nicht mehr brauchbaren) Shcweizer Sieg gestern.
Und trotzdem schaue ich neben den bloggen gerade den Deutsche-Ösis-Match. Aber eben, die Emotionen sind nicht mehr so ganz gross.

- Umso mehr Emotionen kommen beim tragischen Militär-Unfall auf der Kander. Mein aufrichtiges Beileid all den Angehörigen!
Warum nur musste dies passieren? Ich weiss kaum, was ich dazu sagen soll. Wo Menschen sind, können immer Unfälle passieren. Und trotzdem scheint es, als seien hier einige katastophale Fehler passiert. Aber ich will niemanden richten, bevor die Angeklagten nciht selber etwas dazu sagen können. Ich gebe zu: was bisher über diesen Kadi zu hören war, ist mir suspekt. Trotzdem: er soll seine Sichtweise erzählen können.
Einige Umstände, die massiv kritisiert werden, erstaunen mich nicht im geringsten. Teambildungsübungen für Kader sind nichts so apartiges. Das gehört dazu. Zudem: eine Kompanie, die während der EM einen Flugplatz bewachen muss, hat wahrscheinlich nicht all zu viel zu tun. Kein Wunder bemüht sich ein Kadi, für Teile der Kompanie etwas zu organisieren. Ich gebe zu: auch ich war mit meinem Zug an einem langweiligen Nachmittag im Säntispark. Auch dort hätte etwas passieren können. Und dieser Ausflug war nirgends bewilligt. Im Gegenteil. Das ganze war spontan (bleibt zu hoffen, dass mein Kadi dies nicht liesst...:-)) Spass beiseite: als gute Führungsperson will man nicht nur verlangen und fordern, sondern im manchmal langweiligen WK auch etwas bieten und etwas zurückgeben. Vorallem wenn sich die Mannschaft bemüht und den Auftrag gut erfüllt.
Aber ich bin natürlich mit allen Kritikern einig: da müssen alle Risiken kleinstmöglich minimiert werden!
Ich wünsche niemandem, dass so etwas passiert. Weder im Militär noch im zivilen Leben. Und ich werde mich bemühen, niemals Risikos einzugehen in meiner Militärzeit. Und bei gefährlichen Situationen hat jeder das Recht, sich den Befehlen zu widersetzen. Davon würde ich gebrauch machen und auch meine mitdenkenden Unteroffiziere und Soldaten würden mir Risiken melden. Ich habe keinen Angst vor meinem WK. Ich vertraue unserer Truppe. Und trotzdem kann man nie wissen. Das Leben ist ein einziges Risiko und ended in jedem Fall tödlich.

- und last but not least: ich bin, wie erwartet, natürlich nicht zur JUSO Schweiz Präsidentin gewählt worden. Gwählt wurde mit deutlichem Mehr: Cédric Wehrmuth aus der JUSO Aargau. Der "Wahlkampf" war interessant und lehrreich. Und ich bin gar nciht so unglücklich, wurde ich nicht gewählt. Da gilt es, einiges an Verantwortung zu übernehmen. Und eigentlich habe ich, was ich ja immer offengelegt habe, hauptsächlich kandidiert, um dem ehemaligen Zentralsekretär nicht den roten Teppich auszulegen und den Weg ins Ziel ohne Hindernisse offen zu lassen. Und weil ich unbedingt einmal eine Frau als JUSO-Präsidentin will und da als gutes Beispiel mit einer Kandidatur vorausgehen wollt.

Hut ab, wer bis hier alles gelesen hat. Ich kann nicht versprechen, dass ich sobald wieder schreiben werde. Immerhin habe ich bis zum WK-Start am 25. Juni jeden Tag voll ausgebucht! Unglaublich. Wieder mal voll im Stress. Aber ein wenig brauche ich das. Nicht immer und nicht zu viel. Aber gefragt sein will doch fast jeder. Nicht?

Und zum Schluss noch dies: das Greenfield war geil und geht nach Bern und geniesst die EM mit den Holland-Fans! Die sind super! Hätte ich Zeit, würde ich auch Orange-Oranje-Party machen :-)

2008-06-06

Priska heute in der Arena

Von priskagruetter @ 10:54 [ nationale Politik ]
Heute Abend werde ich wieder einmal eine SP-Vertretung in der Diskussionsrunde aus der hinteren Reihe unterstützen können.

Schon wieder geht es um die SVP und eigentlich ist das ihr parteiinternes Problem und nicht ein Thema für die SP. Tortzdem finde ich das Thema interessant. Schon nur weil ich es mutig finde, dass sich nun endlich ein paar "wichtige" Leute tatsächlich aktiv wehren. Aber auch weil da Parteigeschichte geschrieben wird. Und weil es letztlich auch um den Zustand unserer Demokratie geht. Wenn der Rechtsaussenflügel der SVP tatsächlich langsam ins Abseits driftet, dann scheinen uns konstruktivere Zeiten entgegen zu blicken.

Auch von den Parteistrukturen her ist das Thema interessant. Auch wir sind eine Volkspartei mit breiter Meinung. Und auch bei uns herrscht oft uneinigkeit. Und auch ich habe mich schon öfters mal gefragt, ob ich noch in der richtigen Partei sei (v.a. in der JUSO). Und trotzdem spalten wir uns nicht (und ich trete nicht aus, sondern kandidiere sogar fürs Präsidium der JUSO Schweiz). Ist es dann wirklich nur die Stilfrage. Oder die Strukturfrage, da die Ära Blocher massgeblich an der Zerreissung der Partei entscheidend ist. Oder geht es auch um inhaltliche Unstimmigkeiten?

2008-06-05

mutige Schritte der "Dissidenten"

Von priskagruetter @ 23:36 [ nationale Politik ]
Die Abstimmungen sind vorbei und meine Empfehlungen wurden offenbar ernst genommen :-). Spass beiseite: ich bin doch sehr beruhigt, dass sich Initiativen-Unterschriften zwar nahezu kaufen lassen, die Abstimmung des Volkes darüber jedoch nicht. Gejubelt habe ich nicht. Dieses mal ging es darum, einiges, was in meinen Augen schlecht für die Schweiz gewesen wäre, zu verhindern. Ich war und bin aber erleichtert.

Im Moment verfolge ich mit Interesse das Rumoren in der SVP Schweiz und insbesondere Bern. Obwohl es ja nicht meine Partei ist und mir egal sein könnte, was die dort für interne Probleme habe, finde ich es spannend, wie da Parteigeschichte geschrieben wird.

Da sind ja Geschichten gelaufen in der SVP, wo ich, wenn ich dies von Nationalrat Hans Grunder im Radio erzählt höre, Gänsehaut bekomme. Und da erstaunt es mich, wie hoch die Schmerzgrenze der SVP-Mitglieder und insbesondere der Mandatsträger ist.

Einerseits verstehe ich gut, dass die betroffenen sich zuerst innerhalb der Partei wehren wollten. Auch ich habe manchmal Mühe mit der SP und der JUSO. Mein Weg führ aber nicht über die Medien und ich denke weder über einen Parteiaustritt noch über eine Spaltung oder Neugründung einer Partei nach. Im Gegenteil: ich kandidiere ja sogar für das nationale Präsidium.
Andererseits geht es den SVP-Dissidenten ja nicht (nur) um inhaltliche Differenzen, sondern um einen Stil, der immer bräuner wirkt. Und da kenn ich keine Toleranz. Da gilt für mich das Prinzip "Wehret den Anfängen". Schon nur wenn das Wort "Säuberung" in diesem politischen Zusammenhang fällt, müssten die Alarmlampen dunkelrot blinken!
Ich finde es schon störend, wenn in der SP Fraktionszwang als plausibel angeschaut wird.

Ich gratuliere allen sogenannten Dissidenten, allen voran Nationalrat Hans Grunder und Nationalrätin Ursula Haller, sowie Bundesrat Samuel Schmid und der Bündner Parteileitung, für ihren Mut und wünsche viel Erfolg auf ihrem Weg. Eine Partei, wie sie die SVP war und in den meisten bernischen Dörfern immer noch ist, braucht es in unserem politischen Spektrum und mit einer solchen Partei lässt sich politisch auch (zusammen)arbeiten. Aber eine immer mehr rechtsaussen-SVP brauchen wir nicht! Höchste Zeit, dass sich die Mitglieder wehren!