Heiraten - für den Staat?
| Von priskagruetter @ 18:28 | [ persönliches & diverses ] |

Gestern Abend, nachdem ich mit den JPO-Kollegen beinahe aus dem einen Restaurant herausgeworfen wurden, spazierte ich in richtung Wohnung meines Liebsten. Unterwegs passierte ich unser Langenthaler Kult-Beizli Chrämerhus und entdeckte durch das Fenster einige meiner alten Gymer-Schulkollegen und andere bekannte Gesichter. Da konnte ich nicht anders und musste auch da noch reinplatzen, kurz bevor auch dort die letzte Runde ausgerufen wurde. Und eben in dieser Runde entstand irgendwann, aus der Frage, wer der Männer unserer Klasse als erstes heiraten werde, die Frage, weshalb man eigentlich heiraten soll.
Einer war der Meinung, heiraten sei etwas kirchliches, da die Ehe aus dem Christentum stamme. Er sah aber dann ein, dass eine Hochzeit heute vorallem staatlich ist und der kirchliche Teil nur auf wunsch der zu Vermählenden durchgeführt werde. Er fand aber, dass es auch den Staat nichts angehe, mit wem er sein Leben zu teilen gedenke, denn Emotionen wie die Liebe sind Privatesache und so könne dieses Gelübte vom ewigen Zusammenleben bis in den Tod auch privat gegeben werden.
Ja, weshalb überhaupt heiraten? Lässt man mit einer standesamtlichen Eheschliessung wirklich den Staat zu weit in private Angelegenheiten?
Ich teile die Meinung meines Kollegen, dass man nicht heiraten muss, um ein Leben lang glücklich zusammen leben zu können. Allerdings könnte ich mir trotzdem gut vorstellen, mich einmal mit meinem Liebsten zu vermählen. Der staatliche Akt macht das ganze etwas Offizieller und "wichtiger" als wenn ich im privaten Rahmen ein Verprechen abgeben.
Vorallem wenn es dann mal Kinder gibt, macht ein staatliches "Wissen" der offiziellen Bindung zwischen dem Vater und der Mutter des Kindes vieles einfacher. Die Familie kann einen gemeinsamen Nachnamen haben. Die Eltern sind vorbehaltslos gemeinsam für die Kinder verantwortlich. Falls die Eltern nicht verheiratet sind, müssen die Ämter oft nachfragen wer, wie wo was genau.
Von mir aus gesehen sollten Konkubinatspaare aber auch im Falle von gemeinsamen Kindern gleich wie Ehepaare behandelt werden. Und wenn man dies unterstützen will, sollte man eigentlich gerade aus Protest nicht heiraten. Sonst werden uneheliche Kinder noch lange mit diesem negativ geprägten Ausdruck betitelt. Aber so schlimm wie früher ist es ja wirklich nicht mehr.
Leider kann ich hier nicht aus Erfahrung sprechen. Aber irgendwie stelle ich mir gerade den Hochzeitstag, wo ich ein tolles Kleid anziehen, mir eine super Frisur machen lassen und mich vschminken lassen kann und ich den ganzen Tag mit meinem Liebsten im Mittelpunkt stehe, toll vor. Da lohnt es sich doch schon fast dafür, über den Schatten des freidenkerischen Protest gegen den Staat zu springen. Oder nicht? Erfahrene sind gefragt...
Quelle Bild: http://www.duo-fullhouse.de/Repertoire/Hochzeit.gif










