Priska am JugendMitWirkungsTag in Huttwil
Was ich an "meinem" Dorf immer bemängle (und immer verstanden aber nie gehört bzw. erhört werde), scheint auch in anderen Dörfern in der Region ein Thema zu sein: auch für die Jugend muss ein Dorf attraktiv sein. Und dazu braucht es Konzept, Engagement und Taten UND Jugendliche, die ihre Bedürfnisse äussern und aktiv dazu beitragen, die Attraktivität zu steigern.
Ganz vorbildlich hat sich die Gemeinde Huttwil verhalten und hat am Samstag, in Zusammenarbeit mit InfoKlick, eine Vereinigung die in verschiedenen Gemeinden Mitwirkungstage organisieren hilft, einen JugenMitWirkungsTag organisiert.
Für den Nachmittag wurden drei Workshop-Teil mit von Jugendlichen gewünschten Themen vorbereitet: Pausenplatz-Neugestaltung, Jugendpostulat und Jugendraum. Am Abend gabs jugendgerechte Unterhaltung: eine Huttwiler Tanzgruppe, eine Huttwiler Schülerband und die Mundartisten aus Langenthal u.U.
Adrian Wüthrich, der in Huttwil wohnhafte JUSO-Kantonalpräsident, hat mich als Expertin zum Thema Jugendpostulat angefragt. Dieser Einladung bin ich mit begeisterung gefolgt. Ist doch Jugendmitwirkung, gerade auf Lokalebene, meine grosse Mission!
Am Nachmittag sind dann immerhin ca. 16 Jugendliche im Kirchgemeindehaus erschienen. Kollege Wüthrich und ich mussten die endtäuschten Gemeinderäte beruhigen. So schlecht finde ich diese Zahl echt nicht! 16 sehr engagierte Jugendliche, die etwas für die Jugend in ihrem Dorf tun wollen - Hut ab! (die Frage, wie viele in unserem Dorf gekommen wäre, verdränge ich lieber ;-) ).
Ernüchternd, aber nicht erstaunlich, dass niemand am Workshop Jugendpostulat teilnehmen wollte. Immerhin 2 planten die gewünschte Pausenplatzgestaltung und der ganze Rest widmete sich mit hingabe dem sehnlichst erwünschten Jugenraum.
Expertin blieb ich trotzdem. Adrian führte halt dann eine Erwachsenen-Gruppe und zusammen mit einem Gemeinderat und zwei Kommissions-Mitglieder(inne)n planten wir trotzdem einen Zusatzartikel "Jugendpostulat" für die Huttwiler Gemeindeordnung. Schliesslich, so waren wir uns einig, dient dies den Jugendlichen für weitere Projekte und Anleigen, die sie so ohne einen Mitwirkungstag vor den Gemeinderat bringen können.
Unser Workshop wurde ziemlich kürzer als geplant. Und so steckte ich meine Experten-Nase in die anderen Gruppen.
Bei diesen Diskussionen erkannte ich, dass meine Heimatgemeinde doch schon "es bitzeli" weiter ist, als Huttwil. Immerhin haben wir einen Jugendraum für SchülerInnen. In einem Luftschutzkeller. Eine Lösung, die anscheinend für Erwachsenen komisch tönt. In Huttwil dachten diese jedenfalls, es müsse doch ein Raum mit Fenster sein, bis die Jungs und Mädels allesamt fanden, Lärmdichte und Dunkelheit seit gerade so gut wenn nicht sogar besser, wenn man allenfallst sogar die Wände besprayen könnte...
Als Abschluss die Gruppenarbeitspräsentationen. Hoffentlich wird auch einiges davon umgesetzt!

Essen, Tanzgruppe und Schülerbands habe ich geschwänzt...und als ich für die lieben Mundartisten wieder auftauchte, waren einige Boys and Girls mehr dort als am Nachmittag.
Ob man die Konzerte das nächste mal besser VOR den Workshops machen sollte?