2007-11-30

Levrat - wer sonst?

Von priskagruetter @ 17:17 [ nationale Politik ]
Christian Levrat
Quelle: www.parlament.ch

Wer übernimmt das Präsidium der SP? Das Kandidierenden-Karusell dreht sich immer schneller seit Fehr seinen Rücktritt bekannt gab. Immer mehr potentielle AnwärterInnen sind abgesprungen: Wyss, J.Fehr, Fässler, ... (will Bruderer eigentlich auch nicht mehr oder wird sie von den Medien vergessen?)
Im Moment spricht alles von Nationalrat Christian Levrat. Ist Levrat wirklich der richtige zum die SP aus dem Tief zu holen? Gibt es überhaupt andere Aussichten?
Levrat sei anscheinend nicht so sehr auf dem Gewerkschaftsflügel, wie man aufgrund seiner Position bei den Gewerkschaften meinen könnte. Und wenn man weiss, dass er in seiner Jugend einen Ableger der Jungfreisinnigen gegründet hat...da kann er ja nicht so ultra links sein. Das würde mir eigentlich noch passen. Aber mir ist Herrn Levrat zu wenig charismatisch. Das war Fehr auch nicht. Und er war trotzdem ein guter Präsident. Aber gerade deshalb glaube ich, dass wieder eine Person mit viel Charisma an die Parteispitze gehören würde. Da stehen momentan wir im Parteienvergleich nicht so toll da (Pelli, Darbellay, Maurer, Genner)
Hat jemand gute Vorschläge?

2007-11-29

tödlicher Armeewaffengebrauch

Von priskagruetter @ 16:01 [ nationale Politik ]
Munition

Auch mich macht die Geschichte betroffen. Erzählen muss ich sie ja nicht mehr.
Die Waffen-zu-Hause-Diskussion hatten wir auf diesem Blog je bereits.
Wer nochmals meine Meinung zu diesem Thema hören möchte, hier mein Kommentar auf einem anderen Blog:
Wer Waffen für den Sport oder die Jagd (oder auch zum Kanninchen schlachten) oder zum sammeln und anschauen braucht, soll dies dürfen.
Wer Alkohol oder Zigaretten zum Genuss konsumiert soll dies dürfen.
Wer das Auto zum Arbeiten, für den Arbeitsweg oder für die Freizeit oder als Hobby will, soll dies dürfen.
Aber hören wir doch auf, die vielen wehrpflichtigen jungen Männer und freiwillig-wehrpflichtigen jungen Frauen zu zwingen, auf Grund einer alten Tradition und früheren Notwendigkeit eine Waffe nach Hause zu nehmen und dort zu lagern. Notwendig ist dies durch die heutige Gefahrenlage nicht mehr. Und Traditionen rechtfertigen nicht jeden Blödsinn.

Erstaunlich finde ich die Naivität gewisser Medien und Armeeleute. Woher, ja woooheeer könnte wohl der Junge Mann seine Munition haben. Die Taschenmunition bekommt man ja endlich und glücklicherweise nicht mehr mit nach Hause.
Gestern Abend war ein Oberst und Schulkommandant felsenfest davon überzeugt, dass die Kontrollen so gut sind, dass es nciht möglich sei, Munition mitlaufen zu lassen.
Zum Glück habe ich meine eigene Erfahrung gemacht mit der Armee. Und deshalb weiss ich auch, dass es nichts einfacheres gibt als ein paar Schüsse in die Taschen verschwinden zu lassen. Nicht dass ich es je getan habe. Aber ich weiss, dass diese Art von "sich Munition aneigenen" gang und gäbe, ja schon fast eine Mut- und Beweisprobe ist.
Und kontrollieren kann man dies nur schwer. Wer schon einmal an einem KD-Box-Schiessen mitgemacht hat weiss das. Bei diesen Schiessübungen werden einfach alle Magazine gefüllt und der Verbrauch ist je nach Übung individuell. Und am Ende gibt jeder die nicht gebracuhten Patronen zurück. Klar gibt es dann eine Entladekontrolle und jedesmal wir auf den Befehl, dass wer Munition auf sich trägt, sich strafbar mache aufmerksam gemacht, aber Befohlen wird viel im Militär. Dazu kommt, dass man auch ganz gut mal ohne Absicht eine Patrone in einer Tasche verlieren kann und diese dann unabsichtlich findet. Klar, nach jeder Übung jeden Soldaten von Kopf bis Fuss zu durchsuchen ist übertrieben. Und irgendwo muss man auch auf Vertrauen undVerantwortung bauen können. Sonst wird das Zusammenleben schwierig.
Aber so zu tun, als sei es schwierig bis unmöglich, in der RS an Munition zu kommen, ist schlicht naiv!

wieder zurück

Von priskagruetter @ 15:41 [ persönliches & diverses ]
Während einer kurzen persönlichen Krise und allgemeiner Frustration, in der ich echt keine Lust hatte, in die Aussenwelt zu kommunizieren, habe ich meinen Blog etwas vernachlässigt... Sorry all denen, die sich in dieser Zeit auf meinen Blog verirrt haben und nie was neues gefunden haben. Ich blogge eben nur wenn ich Lust habe und diese hat mir gefehlt. Aber sie kommt langsam wieder...

2007-11-15

Reglementierungswahn

Von priskagruetter @ 11:15 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Reglemente
(Quelle: http://www.gansingen.ch/upload/image/dokumente/reglemente.jpg)

Kämpfend durch Berge von Verordnungen und Richtlinien und andere Ordnungen und Reglemente frage ich mich, ob dies wirklich nötig sei.
Sind nicht die SchweizerInnen König der Administration?
Aber wenn man eine Untergeordnete Ordnung auf politischem Weg verändern will, muss man je nach einschneidender Veränderung alle übergeordneten Veränderungen auch ändern. Oder eben nicht. Und dafür muss man wissen welche Verordnungen überhaupt noch in Kraft sind und welche ohne dass dies erwähnt wurde durch neuere und anders benannte Verordnungen ersetzt oder eben vielleicht nicht ersetzt wurden. Weil es gibt dann noch Reglemente die trotz nicht mehr aktuellem Namen noch aktuell sind.
Alles klar wie unsichtbat?

Für alle, denen dies zu kompliziert war, hier mein konkretes Beispiel:

Als Mitglied der Bildungskommission mit dem Ressort Mediothek bin ich zuständig für die Mediothek und präsidiere den Fachausschuss Mediothek.
Die Mediothek war eigentlich eine Schul- und Gemeindebibliothek und wurde kurz vor meinem Amtsantritt in eine Schul- und Gemeindemediothek umgewandelt. Dies aber nur auf dem Papier. Unsere sehr engagierte Mediothekarin kämpft nun dafür, dass diese Umwandlung auch praktisch geschieht, da sie nämlich als Anstellungsbedingung gemäss den SAB-Richtlinien arbeiten muss und diese Richtlinien geben vor, was eine Mediothek voraussetzt.
Soweit so gut. Nun ist dies auf politischem Weg nicht so einfach.
Ein Schritt zur Anpassung ist nun eine neue Benutzerordnung. Dieses beinhaltet, dass wir gerne ab Neujahr kleine Jahresgebühren von den Erwachsenen Benutzer verlangen würde. Die Verordnung der Gemeinde sieht aber eine kostenlose Nutzung vor. Die Verordnung ist aber noch eine Verordnung über die Bibliothek. Es gibt aber auch eine sehr neue Verordnung über die Mediothek, welche aber nciht ausdrücklich diejenige der Bibliothek ausser Kraft setzt. Nun muss ich herausfinden, ob nun die Neuere Verornung, welche nämlich Gebühren nicht ausdrücklich ausschliesst, gültig ist, oder nicht. Wenn nicht, muss ich irgendwo etwas ändern und anpassen.
Daneben gibt es noch Richtlinien für die Schul- und Gemeindebibliothek von Roggwil, die auch dringend anzupassen wären.
Das ist halt (auch) Kommissionsarbeit...
...oder eben eine Erfahrung mit dem Reglementierungswahn.

2007-11-14

Priska in der Zeitung

Von priskagruetter @ 11:41 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Hier der Beweis, dass ich tatsächlich in Attiswil war:

Priska Langenthaler Tagblatt

Wer mich auf dem Foto sucht: ich bin in der hintersten Reihe, 4. von links (die blond gelockte rechts von Patrick Freudiger).

2007-11-12

Mani Matter auf SF 1

Von priskagruetter @ 00:04 [ persönliches & diverses ]
Mani Matter

Um Mitternacht, wenn auf anderen Kanälen Pornos und anderes Wüstes läuft, sendet SF 1 einen brillianten Doku über den Berner Chansonnier Mani Matter.
Zeitgenossen erzählen über ihren Freund, Schüler, Unterstellten oder Bekannten wie sie ihn kannten. Dazwischen immer wieder schwarz-weisse Filmaufnahmen, wo Mani seine Klassiker singt. Dr Eskimo, s Zündhöuzli, ir Isebahn, mir hei e Verein, si hei dr Willhälm Tell ufgfüehrt, dr Sidi, ...
Geniale Lieder! Kindheitserinnerungen. Zeit- und Gesellschaftskritische Stücke. Satire. Tragische Geschichten. Einer sagt, Mani wollte "Mönschlechi Schwächene ufdecke, dene Häufe Chnüpple z löse".
Mani Matter beeindruckt mich schwer. Vorallem seine Lieder. Schwer zu begreifen, dass ein solches Talent so jung sterben musste!
Seine Lieder leben weiter!

2007-11-10

Jungbürgerfeier in Attiswil

Von priskagruetter @ 15:47 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Attiswil

Gestern Abend durfte ich zusammen mit Patrick Freudiger () an der Jungbürgerfeier in Attiswil einige Worte an die seit diesem Jahr Mündigen in Attiswil richten.


Liebe Jungbürgerinnen und Jungbürger, sehr geehrter Gemeindepräsident, liebe Gemeinderäte, liebe anwesende Gäste

Vor etwa drei Jahren war ich selbst an der Jungbürgerfeier in unserem Dorf eingeladen. Nun könnt ihr euch mein Alter selber ausrechnen und merkt, dass ich gar nicht so viel älter bin als ihr.
Aufgewachsen bin ich in Roggwil, einem mittelgrossen Oberaargauer Dorf, das etwa dreimal so viele Einwohner hat wie Attiswil. Und dort wohne ich immer noch.

Und in Roggwil habe ich auch meine ersten politischen Erfahrungen gemacht. Immer schon habe ich das Dorfleben und die Dorfpolitik beobachtet und gesehen, welche Partei sich wo und für was einsetzt. Vor allem sah ich da konkrete Projekte, wie Jugendraum, Kinderkrippe, Mittagstisch und Alterwohnungen, die ich wichtig finde und die alle dem Engagement oder den Gemeinderäten der SP zuzuschreiben sind. Dies, aber auch dass ich durch meinen Vater und durch Freunde unserer Familie, wie zum Beispiel der Grossrat Markus Meyer, bereits einen Bezug zur SP hatte, bewogen mich dazu, mit 18 Jahren der SP beizutreten. Bereits vorher habe ich aber die Versammlungen besucht und durfte mit 17 zusammen mit einer Nationalrätin die 1.Mai Rede halten. Was ich natürlich sehr gerne gemacht habe.
Im Oktober 06, kurz vor meinem 20.Geburtstag, habe ich in unserem Dorf bei den Gemeindewahlen mitgemacht und für den Gemeinderat sowie für die Bildungskommission kandidiert. Für in den Gemeinderat hatte ich keine Chancen, da der Rat von 9 auf 7 verkleinert wurde und 8 Bisherige angetreten sind. Ich hätte wahrscheinlich auch weder Zeit noch die nötige Erfahrung und das nötige Wissen für dieses Exekutivamt gehabt. Trotzdem wollte ich als weitaus Jüngste Kandidatin ein Zeichen setzen und zeigen, dass man auch Junge und Frauen, die bei uns im Gemeinderat auch nicht vertreten sind, mit einbinden soll. Geblieben ist mit ein Achtungsergebnis und der zweite Ersatzplatz hinter einem abgewählten SP Gemeinderat und vor der Parteipräsidentin. Für die Bildungskommission gab es keine Bisherigen. Dafür eine Liste mit 4 Müttern, einem älteren langjährigen Dorfpolitiker und mir. Gewählt wurden der ältere Herr und ich. Und seither erlebe ich viel Spannendes und lehrreiches in dieser Kommission, in welcher die SP das älteste und das Jüngste Mitglied stellt.

Bereits seit ich mich erinnern kann war politisch interessiert. So lese ich seit ich lesen kann fast täglich die Zeitung und war während meiner Gymerzeit im Jugendparlament aktiv. Das Jugendparlament ist eine super Möglichkeit für Leute, die sich nicht, noch nicht oder nicht nur für eine Jungpartei entscheiden können oder wollen. Und das Jugendparlament ist kein Rat, wo viele Junge an einem Tisch sitzen und lange und langweilig Diskutieren. Wir haben schon unsere Sitzungen, aber wir wollen vor allem „öppis bewege“. Wir organisieren Anlässe wie Konzerte und Satire-Abenden, gehen in die Schulen und erzählen, warum Politik auch Junge betrifft, organisieren Podiumsgespräche mit Jungpolitikern, laden interessante Personen ein, machen Jugendpostulate mit unseren Forderungen, machen Bedürfnisumfragen und machen jedes Jahr einen Ausflug zum Schweizer Fernsehen als Zuschauer in der ARENA. Im Jugendparlament bin ich noch dazu im Vorstand, den vielen neuen über die Anfangsschwierigkeiten zu helfen, da nun sonst alle alten wie ich weg sind. Aber bald überlasse ich meinen Platz neuen Jungen und trete in die zweite Reihe zurück.

Mein letztes grosses politisches Engagement war sicher der Wahlkampf, wo ich auf der SP Frauenliste kandidiert habe. Auch da wusste ich, dass ich keine Chance habe. Trotzdem braucht es immer viele Leute, die in ihrem Umfeld Stimmen sammeln, um die Liste zu füllen und viele Stimmen zu erhalten. Zudem war das ganze für mich eine interessante Erfahrung und trägt hoffentlich dazu bei, dass man mich bei den Grossratswahlen bereits etwas kennt.

Auch in Roggwil gibt es noch mehr, für das ich mich einsetzen will.
Ich habe mich beispielsweise immer geärgert, dass ich als Minderjährige kaum etwas bewirken kann in der Gemeinde. So habe ich dann, als eine neue Gemeindeordnung erarbeitet wurde, in einem Mitwirkungsverfahren schriftlich mitgeteilt, man solle doch noch bei den Volksrechten ein Jugendpostulat aufnehmen. Dies wurde dann auch gemacht und so können heute 20 in Roggwil wohnhaft 14-17jährige beim Gemeinderat eine Eingabe machen und dieser muss das Anliegen behandeln. Anfang Juli habe ich zusammen mit einigen Jugendlichen ein Postulat für ein Jugendfreundlicheres Roggwil mit 50 Unterschriften eingereicht und warte nun auf langsame Verwaltung.
Da sehr wenige Junge im Dorf sich an der Dorfpolitik beteiligen, fühle ich mich als Sprachrohr der Jungen und versuche so oft wie möglich deren Anliegen einzubringen. Denn von selbst kommen die Herren Gemeinderäte nicht darauf, dass Jugendliche vielleicht weniger alle unmöglichen Orte in der Gemeinde besetzen und Abfall liegen lassen würde, wenn sie einen Ort hätten, wo sie sein dürften. Für mich sind alle Generationen wichtig. Deshalb verstehe ich nicht, dass man im Dorf ein Altersleitbild hat, aber offenbar kein Konzept besteht, wie man auch der Jugend gerecht wird.

Oft werde und wurde ich von Leuten in meinem Alter komisch angeschaut, weil ich so politisch aktiv bin. Politik interessiere sie nicht. Das sei sowieso viel zu kompliziert und langweilig. Immer wieder liest man auch in der Zeitung, dass Politik Junge nicht interessiere. Und irgendwie ist dies eine festgefahrene Meinung.
Beginnt man über dieses Thema zu diskutieren, so geben auch die grössten Verfechter dieser These zu, dass politisch interessierte Jugendliche existieren. Ich weiss auch, dass es sogar sehr viele gibt. Der prozentuale Anteil aller Jugendlichen, die sich explizit für Politik interessiere, dazu stehen und sich ev. sogar engagieren ist sicher gering. Dieser Anteil ist aber wahrscheinlich auch nicht wahnsinnig höher, wenn man statt 16 bis 20 jährige vier Jahrgänge über dreissig, also 30 bis 34jhrige befragen würde. Dass aber das politische Interesse bei älteren Leuten steigt, ist statistisch erwiesen.

Wüssten alle Jugendliche wirklich was Politik ist, würden sich sogar sehr viele dafür interessieren!

Das Problem ist der Begriff und das verstaubte Bild, welches viele Jugendliche davon haben. Gewisse institutionelle Formen der Politik können tatsächlich langweilig sein. Sehr sogar. Und mühsam. Und langwierig. Aber Politik kann auch spannend sein. Und emotional. Und lustig. Und kann Freude machen.

Politik ist nicht nur "das, was die da oben in Bern bestimmen". Politik ist Alltag.
Politik ist nicht nur Gesetze machen, über Steuern diskutieren, ewige Sitzungen, stürmen, streiten, ... . Politik ist auch, wie lange die Bar, wo du in den Ausgang gehst, offen haben darf. Politik bestimmt auch, was du in der Schule wann lernst. Politik kann auch Einfluss darauf haben ob genügend Lernstellen vorhanden sind. Politik bestimmt auch, wie teuer das Päckli Zigis ist, dass du jeweils am Kiosk kaufst.
Und Politik soll Junge als direkt Betroffenen nicht interessieren?

Wie kann man dann Junge animieren, sich zu beteiligen?

Dazu muss man in der Schule beginnen. Angewandte Politik muss ein Pflichtfach werden. Und mit "angewandte Politik" meine ich nicht lernen, was Exekutive, Legislative und Judikative heisst, oder wie welcher Bundesrat heisst. Dies gehört schon auch dazu. Viel wichtiger ist aber, die Lust an der Politik zu wecken durch Anteilnahme. Schülerräte sollten an jeder Schule Pflicht sein. Partizipation muss gelernt sein. Dazu sollten sich Schüler aktiv mit Themen auseinandersetzen müssen, die sie betreffen. Und das sind viele.
Ich wüsste da noch so einiges und ich bin sicher, dass unsere gut ausgebildeten Lehrer auch einiges aus diesem Schulfach herausholen könnten. Man müsste ihnen nur die Plattform geben. Denn halbherzige Staatskunde im Geschichtsunterricht ist nicht das, was ich unter politischer Bildung verstehe.
Deshalb glaube ich, dass die politische Bildung unbedingt verbessert werden muss!

Ich seid nun alle seit diesem Jahr mündig und die obligatorische Schule ist vorbei. Ich hoffe trotzdem dass ihr während eurer Schulzeit oder auch jetzt in der Berufsschule etwas über unser politisches System mitbekommen habt. Das Hindernis des Alters habt ihr nicht mehr. Nutzt es aus! Beteiligt euch!
Und ich wünsche euch, dass ihr so von einem politischen Entscheid betroffen seid, dass ihr euch wehren wollt und dann mit diesem Prozess lernt, dass es manchmal gar nicht so viel braucht, manchmal aber auch viel Geduld braucht, es sich aber immer lohnt, für Anliegen zu kämpfen. Denn Politik betrifft uns alle, ob wir das merken oder nicht.
Nun wünsche ich euch alles Gute, viele positive Erfahrungen mit der Politik, mit dem mündig sein und einfach bei allem was ihr anpackt auf eurem weiteren Lebensweg!

Der ganze Abend war sehr gelungen. Nach den Reden nahmen wir am Essen teil und führten einige interessante Gespräch, vorallem nachdem der Wein den Jungs und Mädels die Zunge gelockert hatte. Aber dies gehört ja auch dazu.

2007-11-08

eeewige Sitzungen und schwierige Eltern

Von priskagruetter @ 00:20 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Priska müde

Gestern bin ich gar nicht mehr auf die Idee gekommen zu bloggen. Ich war sooo müde. Kein Wunder. Die Sitzung dauerte ziemlich lange.
Ich war an einer Bildungskommissionssitzung (besser bekannt als Schulkommission). Und diese Sitzung dauerte von 20:00 Uhr bis 00:06 !!!
Unsere Sitzungen dauern des öftern so lange. Wir arbeiten daran. Irgendwie ist dieser Zustand für niemanden ideal. Ich will aber hier niemand dafür beschuldigen und deshalb lasse ich die Analysen für mögliche Gründe sein. Es ist so. Und muss nun ändern. Das ist für alle klar.
Zwei Sachen sind mir an dieser Sitzung wieder einmal aufgefallen:

- SchülerInnen, welche bereits in den ersten Klassen in Akten auftauchen, werden oft durch ihre ganze Schulzeit von der Kommission begleitet.
Ob sie sich ihrer Begleitung bewusst sind?
Aber böse gemeint ist dies ja nicht. Wir wollen, und dies ist auch unser Auftrag, immer nur das Beste für den Schüler/ die Schülerin.

- wenn man sich mit dem sozialen Umfeld von "Problem-SchülerInnen" befasst, findet man meist auch dort Unstimmigkeiten/ Schwierigkeiten.

Wer sich also nicht vorstellen kann, was man in einer Bildungskommission so bespricht: genannte Situationen sind sicher ein Teil davon. Und manche Geschichten gehen einem dann auch nahe. Und vorallem spricht man hauptsächlich über die Probleme, Schwierigkeiten und über die negativ auffälligen SchülerInnen. Seltenst über positiv auffällige. Wobei ich davon ausgehe, dass zu zweiterem die Mehrheit gehört.
Und es würde zu weit führen, das sehe ich, wenn man jeweils über alle SchülerInnen sprechen würde.
Da würde nicht einmal eine Sitzungsverlängerung auf 02:06 Uhr reichen ;-).

Und nun: Gute Nacht!
(auf dass ich morgen besser/ wacher aussehe als auf den Fotos hier..;-) )

Priska

2007-11-05

und weiter gehts mit (Jugend-)Politik

Von priskagruetter @ 10:22 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Priska am JugendMitWirkungsTag in Huttwil

Jugend mit Wirkung

Was ich an "meinem" Dorf immer bemängle (und immer verstanden aber nie gehört bzw. erhört werde), scheint auch in anderen Dörfern in der Region ein Thema zu sein: auch für die Jugend muss ein Dorf attraktiv sein. Und dazu braucht es Konzept, Engagement und Taten UND Jugendliche, die ihre Bedürfnisse äussern und aktiv dazu beitragen, die Attraktivität zu steigern.

Ganz vorbildlich hat sich die Gemeinde Huttwil verhalten und hat am Samstag, in Zusammenarbeit mit InfoKlick, eine Vereinigung die in verschiedenen Gemeinden Mitwirkungstage organisieren hilft, einen JugenMitWirkungsTag organisiert.
Für den Nachmittag wurden drei Workshop-Teil mit von Jugendlichen gewünschten Themen vorbereitet: Pausenplatz-Neugestaltung, Jugendpostulat und Jugendraum. Am Abend gabs jugendgerechte Unterhaltung: eine Huttwiler Tanzgruppe, eine Huttwiler Schülerband und die Mundartisten aus Langenthal u.U.
Adrian Wüthrich, der in Huttwil wohnhafte JUSO-Kantonalpräsident, hat mich als Expertin zum Thema Jugendpostulat angefragt. Dieser Einladung bin ich mit begeisterung gefolgt. Ist doch Jugendmitwirkung, gerade auf Lokalebene, meine grosse Mission!

Am Nachmittag sind dann immerhin ca. 16 Jugendliche im Kirchgemeindehaus erschienen. Kollege Wüthrich und ich mussten die endtäuschten Gemeinderäte beruhigen. So schlecht finde ich diese Zahl echt nicht! 16 sehr engagierte Jugendliche, die etwas für die Jugend in ihrem Dorf tun wollen - Hut ab! (die Frage, wie viele in unserem Dorf gekommen wäre, verdränge ich lieber ;-) ).
Ernüchternd, aber nicht erstaunlich, dass niemand am Workshop Jugendpostulat teilnehmen wollte. Immerhin 2 planten die gewünschte Pausenplatzgestaltung und der ganze Rest widmete sich mit hingabe dem sehnlichst erwünschten Jugenraum.

Expertin blieb ich trotzdem. Adrian führte halt dann eine Erwachsenen-Gruppe und zusammen mit einem Gemeinderat und zwei Kommissions-Mitglieder(inne)n planten wir trotzdem einen Zusatzartikel "Jugendpostulat" für die Huttwiler Gemeindeordnung. Schliesslich, so waren wir uns einig, dient dies den Jugendlichen für weitere Projekte und Anleigen, die sie so ohne einen Mitwirkungstag vor den Gemeinderat bringen können.

Unser Workshop wurde ziemlich kürzer als geplant. Und so steckte ich meine Experten-Nase in die anderen Gruppen.
Bei diesen Diskussionen erkannte ich, dass meine Heimatgemeinde doch schon "es bitzeli" weiter ist, als Huttwil. Immerhin haben wir einen Jugendraum für SchülerInnen. In einem Luftschutzkeller. Eine Lösung, die anscheinend für Erwachsenen komisch tönt. In Huttwil dachten diese jedenfalls, es müsse doch ein Raum mit Fenster sein, bis die Jungs und Mädels allesamt fanden, Lärmdichte und Dunkelheit seit gerade so gut wenn nicht sogar besser, wenn man allenfallst sogar die Wände besprayen könnte...

Als Abschluss die Gruppenarbeitspräsentationen. Hoffentlich wird auch einiges davon umgesetzt!

Mundartisten
Essen, Tanzgruppe und Schülerbands habe ich geschwänzt...und als ich für die lieben Mundartisten wieder auftauchte, waren einige Boys and Girls mehr dort als am Nachmittag.

Ob man die Konzerte das nächste mal besser VOR den Workshops machen sollte?

2007-11-01

Lukas Hartmann spricht mir aus der Seele

Von priskagruetter @ 15:31 [ nationale Politik ]
Lukas Hartmann
(Quelle: http://www.lukashartmann.ch/)

Immernoch geht es um Personalpolitik (ok, langsam kommen auch wieder die Sachthemen wie Cassis-de-Dijon-Prinzip und das neue Bundesbudget).
Und immer mehr rückt eine Person, die mir je länger desto mehr, trotz schmeichelhaftem Beinamen "Richard Gere aus dem Oberland", unsympatisch wird: Adrian Amstutz.
Weshalb, das schreibt Lukas Hartmann, ein hervorragneder Schriftsteller (ich mag seine Bücher, wie z.B. "Die Deutsche im Dorf" oder "Die Frau im Pelz" wirklich sehr), in einem Lesebrief im Bund vom 1.11.2007:

Die saloppe Wortwahl von Adrian Amstutz sticht ins Auge: Aus seiner Sicht herrscht in der Politik Krieg, nicht nur zwischen den Parteien, sondern auch – wörtlich – zwischen Stadt und Land. Wer Krieg führt, sieht im politischen Gegner einen Feind. Da kann man nur noch holzen und niedermähen. Wenn die Linken gegen Blocher sind, dann sollen sie sich nicht darüber wundern, dass im Internetspiel der SVP Grüne abgeschossen werden. Darüber zu jammern, ist «Theater», und sowieso gilt das, was von der andern Seite kommt, als «Mumpitz».

Eine solche Sprache scheint nun, nach dem Wahlsieg der SVP, allgemein salonfähig zu werden. Offenbar braucht sich ihretwegen niemand mehr zu schämen; sie hat auch in den Medien den Mainstream erreicht. Amstutz führt exemplarisch vor, wie stark sich das politische Klima in der Schweiz verändert hat. Vor knapp zwanzig Jahren wollte Michael Dreher, der Gründer der inzwischen verschwundenen Autopartei, die Linken an der Wand festnageln und «mit dem Flammenwerfer drüber». Das löste damals Entsetzen und heftigen Widerspruch aus.

Wenn Amstutz heute stolz darauf ist, mit «der Motorsäge zu politisieren», macht ihn dies zum allseits geachteten Hardliner, welcher eben weiss, was er will. All die Weicheier, die zu «lieb» miteinander sind, verdienen es nicht besser.

Ich wundere mich, dass kritische Journalisten diese militärisch gefärbte Sprache und das Menschenbild, das dahintersteckt, nicht stärker durchleuchten. Das Feld der Politik ist kein Kriegsschauplatz, sondern ein Ort der Debatte. Die mag hart, sogar unerbittlich sein; aber Respektlosigkeit, von welcher Seite auch immer, frisst an den Wurzeln der Demokratie.

In diesem Sinn wünsche ich Herrn Amstutz eine grössere Nähe zu den gutschweizerischen Traditionen, auf die er sich sonst so vehement beruft.

Lukas Hartmann, Schriftsteller, Spiegel b. Bern

(Quelle: http://www.espace.ch/artikel_439962.html)

Herzlichen Dank, verehrter Herr Hartmann, für Ihre hervorragend formulierten Worte und einam mehr für Ihren Mut, als von Kunden abhängiger Schriftsteller die eigene Meinung öffentlich Kund zu tun!