2007-09-30

Ueli Maurer als Anti-Schweizer

Von priskagruetter @ 23:02 [ Wahlkampf ]
Aber aber Herr Maurer! Wo bleibt Ihr Patriotismus? Sind Sie nicht etwa auch stolz auf unsere Demokratie? Gehört das nicht zu Ihrem Patriotismus?
Na, dann haben Sie aber etwas ganz falsch verstanden!

Nach folgendem Beitrag im SonntagsBlick mache ich mir ernsthaft Sorgen um Ihren patriotischen Stolz!

Blick: SP Präsident Fehr sagt, es würde sich nichts ändern, wäre die SVP in der Opposition.
Maurer: "Darüber kann ich nur lachen. Die anderen Parteien sind personell und gedanklich gar nicht darauf vorbereitet. Wir würden sie zermürben. Mit allen Mitteln.

Blick: Sie drohen wieder mit Angst und Schrecken, um Blocher im Bundesrat zu halten?
Maurer: "Ich sage nur, was kommen wird. Ich lege die Karten auf den Tisch. Die anderen Parteien müssen sich bewusst sein, dass wir ihnen als Oppositionspartei die Luft abschnüren werden. Wir planen alles sorgfältig, in der Hoffnung, dass wir unsere Pläne nicht brauchen werden."

Als linke, weltoffene Patriotin darf ich Ihnen hier unser tolles politische System nochmals erklären:

- Der Bundesrat ist die Schweizer Bundesregierung. Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern (siehe auch Kollegialitätsprinzip), die den einzelnen Departementen der Bundesverwaltung vorstehen. Der Bundesrat wird vom Parlament gewählt.
(Quelle: wikipedia "Politisches System der Schweiz")

- Als Konkordanzdemokratie wird ein Typus der Volksherrschaft bezeichnet, der darauf abzielt, eine möglichst große Zahl von Akteuren (Parteien, Verbände, Minderheiten, gesellschaftliche Gruppen) in den politischen Prozess einzubeziehen und Entscheidungen durch Herbeiführung eines Konsenses zu treffen. Demzufolge spielt die Mehrheitsregel als Entscheidungsmechanismus keine zentrale Rolle im politischen System.
(Quelle: wikipedia "Konkordanzdemokratie")

Ziel dieser "Konkordanz" ist, dass man GEMEINSAM Lösungen findet. Und diese Lösungen sollten ein Land vorwärts bringen.
NICHT Ziel ist, dass sich die Einen gegen die Anderen stellen. Dies würde ein Land blockieren.

Also bitte verhalten Sie sich so reif, wie man dies von einem Mann in Ihrem Alter erwarten kann, und legen Sie das Trotzen ab.
Wer andere "mit allen Mitteln zermürben" will, hat die Konkordanz nicht begriffen!
Wenn das Parlament im Dezember Ihren so wahnsinnig hochstilisierten Herrn Blocher nicht wiederwählt, dann gehört dies genauso zur Demokratie, wie die Demokratie zur Schweiz gehört. (Und wenn er wiedergewählt wird, nehmen alle anderen diese Tatsache demokratisch und fair an.)
Wenn Sie so gegen die Demokratie vorgehen, wie Sie dies anscheinend planen, schaden Sie der Schweiz!
Ich bin für die Demokratie! Ich bin für die Schweiz! Ich bin für eine offene Schweiz, die vorwärts denkt und gemeinsam mit allen Ihren Kräften Lösungen findet!

linke Patriotin

vor dem Superpuma

2007-09-27

SP = Bier (ein Vergleich mit SP Bier)

Von priskagruetter @ 21:43 [ persönliches & diverses ]
SP Bier

Die SP steht...

SP Bier

...und fällt ...

mit ihrer Basis!

PS: Fragt sich, ob Holz(köpfe) wirklich die bessere Basis ist als Sand(säcke)...

PPS: für einmal etwas witziges. sachlicheres kommt bald wieder. die bilder sind übrigens von einem Strand in Papua New Guinea und "SP" steht auf dem Bier für "South Pacific", in der Politik für "super partei" ;-P

2007-09-26

Tele Blocher - Komiker in der Regierung?

Von priskagruetter @ 17:14 [ Wahlkampf ]
Blocher Prinzip

Einige Auszüge aus dem äusserst peinlichen und völlig unkritischen Interview auf Tele Blocher, geführt vom treuen Anhänger und Blocher-Prinzip-Buchverfasser Dr Matthias Ackeret:

Dr. Matthias Ackeret: „Aber dr Peter Studer het doch gsäit gha, da wa mir machid segi Politwärbig...“
BR Blocher: „jooo...(blick zu Boden)..ich wäiss nid wa da isch... Ich rede über mini politischi Gedanke. (nuschel) und ich ...Wenn das so guet isch u politischi Werbig de seg ich nüt, aber es isch nid de Zwäck dezue, sondern de Zwäck isch über di politischi Zueständ rede. S chas jo jede, da mache. S het jede di glich Müglechkeit i öisem Land.“

Sorry, was genau wissen Sie da nicht, was es ist, Herr Blocher?
Und dass dies nicht der Zweck sei, können Sie dies ohne rot zu werden behaupten? Warum kommt dann Tele Blocher so kurz vor den Wahlen und nicht mitten in der Legislatur?
Auch das mit den gleichen Möglichkeiten ist nicht ganz so: kaum jemand hat so viel Geld zur Verfügung für Wahlwerbung wie Sie!

Dr. Matthias Ackeret: „Jez säidme ja, da wa mir machid seg vil zweni kritisch. Jez wenn si chli zrugglueged uf Ihri Karriere: Wivill würkli ganz kritischi Interview wosi hine abe gange sind händ si denn eiglech erlebt?“
BR Blocher: „jo aso i ha praktisch nu ganz verruckt kritischi Interview gah. Das heisst si si gar nid kritisch gsi sondern sisch eifach denn en volle Agriff gsi und dänn het me müesse entgegne.“



ooohhh....Sie armer! Mit dem muss man leben wenn man so polarisiert.

Nach einer Rückfrage, ob denn Peter Studer ein kritischer Interviewer gewesen sei, an was sich Blocher nicht mehr erinnern kann, verteidigt er seinen grossen Anhänger, Fan und Plattform-Bieter in der 3.Person, obwohl dieser Ihm gegenüber sitzt:

„Ich ha nid s gfühl, de Matthias Ackeret duet mi kritisch froge. Er holt Theme füre (mit einer Hand wild gestikulierend bzw rudernd) und äh... und er macht e chli uf Widersprüch ufmerksam. Aber wüssed si, das färnseh meint es dörfi nur si „eine (wild mit den Fäusden gegeneinander schlagend) kontradiktorisch gegenenander“ also bi mir vorallem. Anderi redet jo denn sehr (wild mit beiden Händen in der Luft rührend), sehr ...ääähh...bräit und...und..chömed Froge über die heissed faschd „Sind sie nicht auch der Meinung, dass..“ , damit dr ander das cha säge. Da hani nideso gern, die sebe Interview.“


Meinen treuen Anhänger würde ich auch so verteidigen (wohl aber in Du-Form, wenn er mir gegenüber sitzen würde).

Dr. Matthias Ackeret: „Aber d Gegner seged ja au das ligi au dra weg ihrem Plakat. Aso das Schöfliliinserat zum Bispil, das sig ja eigentlich dr zündstoff vo dem ganze Komplott.“

Blocher: „aso zersch isch da nid MIS Plakat. Aber ufpasse. Mit dem hani jez nüt z due gha. Aber das isch d SVP wo säit di kriminelle Uslender müend s Land verloh und zeiged: kriminelli Uslender sind das schwarze Schaf in einer Gemeinschaft. Und me het de Inhalt nid gern. S isch nemli no intressant: Das Plakat isch 4 Wuche ghanged bis dr Lerme losgange isch. Mi hets also am Afang nidemol gmerkt...(ringen mit den Händen) dasses so schlimm sötti si. Und s hends a jedi Hushaltig gschickt. Aber mi wott nid das isch immer bim Stil, mi wot de nie über dr Inhalt rede. Will me weiss ...“ (Ackeret unterbricht).

Lieber Herr Blocher, wir haben 4 Wochen versucht zu ignorieren, dass eine schweizer Partei Wahlkampf auf solch tiefen Niveau macht. Das war keinenfalls weil wir es nicht gemerkt haben. Und die Trötzeler aus Ihrer Partei haben das nicht ertragen, dass nicht reagiert wurde, und mussten unbedingt noch ein weisses Schäfchen erstechen.
Irgendwann muss ja reagiert werden. Denn wer nichts sagt, ist einverstanden.

Da kann man wohl nur einmal mehr das Zitat von Oliver Reichenstein (http://8.12.36.59/articles/10388) wiederholen:

"Ist ja wirklich koestlich, wie ein einziger Schnuurisiech, der aussieht wie ein armer Streber mit Derrickbrille und spricht wie ein Gemeindearbeiter auf Kokain, die ganze Schweiz - rechts wie links - seit Jahren zum Narren haelt. Ein Milliardaer als Mann vom Volk. Ein Schlossbesitzer als Bauer. Ein Demagoge als Bundesrat. Und demnaechst: Eine Schiessbudenfigur als Bundespraesident. In ein Paar Jahren vielleicht ein Militaerputsch als Demokratisierung? Koestlich. Duerrenmatt ist viel zu frueh gestorben. Wie gerne haette er das erlebt!"

2007-09-25

wahlen.ch mobbt Kiener-Nellen aus dem Nationalrat!

Von priskagruetter @ 14:54 [ Wahlkampf ]
Peinlich, wenn eine informative Homepage zu den eidgenössischen Wahlen 2007 mit dem prominenten Namen www.wahlen.ch falsche Informationen harausgibt.

Sozial, wie ich bin, lästere ich nicht einfach über die Fehler der anderen, sondern helfe konstruktiv, Fehler zu verbessern.

Deshalb mein Mail an die Verantwortlichen der Homepage:

Lieber Webmaster/ liebe Webmasterin der seite www.wahlen.ch

Gerade bin ich auf eurer Seite herumgesurft und habe erstaunt festgestellt, dass ihr dem Kanton Bern nur 25 Nationalräte und-rätinnen zuschreibt.

http://www.wahlen.ch/new/index.php?sid=051f899a0732c5247f2cb8de30928efa&sid=051f899a0732c5247f2cb8de30928efa&item=./kanton/detail&kanton=BE

Meines Wissens sind es aber 26.
Bei genauerem Hinschauen habe ich die Fehlende gefunden: Margret Kiener-Nellen, SP

http://www.wahlen.ch/new/index.php?sid=051f899a0732c5247f2cb8de30928efa&item=./kanton/eglg&kanton=BE&rat=

Auch wenn sie allenfalls diesen Sitz wegprophezeien, im Moment ist Frau Kiener-Nellen noch Berner SP Nationalrätin.

Ich bitte Sie deshalb, der Berner SP den 4. Frauen-Sitz, den Sie auf Ihrer sonst sehr informativen Homepage unterschlagen, zurückzugeben.

herzlichen Dank und mit freundlichen Grüssen

Priska Grütter

wahlen.ch

wahlen.ch

2007-09-21

Strassenwahlkampf umsonst?!

Von priskagruetter @ 22:44 [ Wahlkampf ]
Wahlkampf

Wahlkampf heisst im Moment für mich mehrmals in der Woche um 05:00 Uhr aufstehen, per SBB schlafend an irgend einen Bahnhof im Kanton Bern transportiert zu werden und dort zwischen 06:30 und 08:00 möglichst viele Pendlerinnen und Pendlern von der SP als beste Wahl zu überzeugen.

Der Wahlkampfexperte Mark Balsiger (Mark Balsiger, Huber Roth: "Wahlkampf in der Schweiz. Ein Handbuch für Kandidierende", Verlag Boarde Crossing 2007) schreibt in seinem Buch folgendes über den Strassenwahlkampf:

Strassenwahlkampf
Standaktionen sind die häufigste Form des Strassenwahlkampfs.
Vor Einkaufszentren oder in Bahnhöfen werden Drucksachen ver-
teilt, Unterschriften gesammelt oder den Passanten kleine Werbe-
geschenke mitgegeben. Grundsätzlich gilt: Je flüchtiger der Kon-
takt, desto geringer die Chancen auf zusätzliche Stimmen. Fälschli-
cherweise wird die Anzahl Flugblätter oder Feuerzeuge, die verteilt
wurden, als messbares Kriterium für den relativen Erfolg einer Ak-
tion herbeigezogen.
Ein Kandidat, der sich im Strassenwahlkampf bekannter machen
will, muss unzählige Aktionen durchführen. Die Zürcher Regie-
rungsratskandidatin Ursula Gut war im Frühjahr 2006 während Wo-
chen fast jeden Abend und jeden Samstag mindestens eine Stunde
auf der Strasse. Ihre Partei, die FDP, hatte quer durch den Kanton die
Standaktionen geplant. So kam Gut in Kontakt mit der Parteibasis in
den Gemeinden, aber auch mit anderen potenziellen Wählern.
Bei solchen Aktionen sollte im Voraus eine nüchterne Kalkulation
von Aufwand und Ertrag gemacht werden. In 60 Minuten verteilt ein
Kandidat problemlos mehrere hundert Flugblätter – mit einem repe-
titiven «Danke!» oder «Voilà!» Ein paar Sekunden später sind viele
der Flugblätter auf dem Boden oder im nächsten Mülleimer gelandet
– ungelesen. Will der Kandidat tatsächlich neue Stimmen gewinnen,
ist das nur mit persönlichen Gesprächen zu erreichen. Das heisst, die
Kontakte schrumpfen auf vielleicht ein oder zwei Dutzend pro Stun-
de. Wer talentiert ist in Small Talk und in der ungezwungenen Inter-
aktion mit Passanten jeglichen Alters und sozialer Herkunft, sollte
sich dennoch ein paar Abende oder Samstage für solche Aktionen
Zeit nehmen. Aus unserer Erfahrung sind sie gut für die Motivation
eines Kandidaten und seiner Crew. Die vielen Rückmeldungen ge-
ben Auftrieb, in Stimmen ummünzen lassen sie sich kaum.

Heisst das also, dass, wenn ich/wir nicht täglich auf der Strasse Wahlkampf machen, mein Frühaufstehen umsonst ist?

Wie halten es andere Kandidierende mit Strassen- und ÖV-Wahlkampf?

Wie empfindet die grosse Menge Wählerinnen und Wähler den Strassenwahlkampf? Wird die Bereicherung mit Information, die Wahlempfehlungen und der persönliche Kontakt zu Kandidierenden und deren Unterstützenden geschätzt?

So oder so, ich werde wohl noch einigemale gegen die allmorgendliche bleiernde Müdigkeit kämpfen müssen. Irgendwie muss man ja auch alles Wahlmaterial an die Frau und den Mann bringen.
Und das Verteilen macht meist wirklich Spass! Und übrigens: mit Schöggeli dazu nehmen gewisse Leute wohl fast alles ;-) .


2007-09-12

Waffen ins Zeughaus?

Von priskagruetter @ 22:23 [ nationale Politik ]
Pistole

Auf meinen letzten Beitrag hat mir ein Alexander Müller folgenden Kommentar geschrieben:

"(...)Bezüglich Waffengesetz und Armeewaffen zu hause: Die Schweiz ist NOCH ein demokratisches und im Vergleich zum europäischen Umland sehr liberales, freiheitlich orientiertes Land. Es ist traditionelles Recht der freien Schweizer Bürger eine Waffe zu besitzen. Die Armeewaffeninitiative der GSoA will uns freien Schweizern dieses Recht nehmen.

Und zwar zu unrecht! Es gibt in Schweizer Haushalten 2,2 Mio. Feuerwaffen!
535000 davon sind Armeewaffen. In den Jahren 2000-2004 gab es 213 Tötungsdelikte. 36% davon erfolgten mit STICHWAFFEN und nur 34% also weniger mit Schusswaffen. Von diesen 34% wiederum sind gemäss Schätzungen nur ca. 20% mit Armeewaffen verübt worden. 34% von durchschnittlich 213 Tötungsdelikten pro Jahr machen rund 72 Tötungsdelikte aus, die mit Feuerwaffen verübt worden sind. Das heisst, dass nur rund 14 Tötungsdelikte mit Armeewaffen verübt wurden. 14 von 535'000 sind 1/38 von einem lächerlichen Promille. Es kommt also bei einem achtundreissigstel eines Promilles aller Armeewaffen zu missbrauch. Wahrlich, angesichts derartig hoher Zahlen ist Handlungsbedarf dringend angesagt....ironisch gemeint.

Den GSoA-Initianten geht es nur um eines, sie wollen die Armee in Raten abschaffen. Unsinnig zu meinen, dass die Schweiz wesentlich sicherer würde wenn man nun die grosse Mehrheit aller anständigen Soldaten (mindestens 535'985) wegen maximal 15 mit Armeewaffen verübten Tötungsdelikten (müssen nicht unbedingt 15 Täter und 15 Armeewaffen sein, sind einfach 15 Opfer) bestraft indem man ihnen die Waffe wegnimmt.

Auch aus umweltschutzgründen ist die Lagerung im Zeughaus abzulehnen. Es gibt mehr Gemeinden mit Schützenhaus als Zeughäuser. Soll man nun jedesmal mit dem Auto stundenlang zum nächsten Zeughaus fahren bevor man in seiner Wohngemeinde das Obligatorische schiessen kann???? Also statt mit dem Velo zum Schiesstand erst mit dem Auto zum weit entfernten Zeughaus????

Ich wäre froh, wenn auch SP-Leute einmal wissenschaftlich denken würden und sich nicht immmer nur in billigster Schlagwort-Polemik üben würden.

Freundliche Grüsse
Alexander Müller"

Meine Antwort möchte ich der geschätzten Leserschaft als neuen Denkanstoss nicht vorenthalten:

"(...)Zum Thema Waffen. Ich habe in meinem Beitrag nicht über die Initiative, die die Waffen im Zeughaus lagern will, diskutiert.
Ich habe lediglich die Gleichsetzung von Waffen und Freiheit, wie dies in der amerikanischen Gesellschaft vertreten wird (wie so viele andere hirnlosen Sachen in der amerikanischen Politik!), sehr hinterfragt!

Aber ich kann die Waffen-ins-Zeughaus-Diskussion gerne nachholen und Ihnen in Sachen Initiativen zu mehr Klarheit verhelfen.

SP ist nicht gleich GSoA!

GSoA-Initiative: Volksinitiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten!
Sprich: mehr Neutralität, da wir uns nicht mehr in Konflikte einmischen. Und Friedensförderung. Denn ohne Waffen weniger Krieg.

SP-Initiative: Eidgenössische Volksinitiative "Für den Schutz vor Waffengewalt"
Sprich: Befreiung von verstaubten Traditionen (denn der rote Feind zieht nicht mehr!). Weniger Waffen, weniger Gefahr, weniger Tote.

Die SP macht das vorallem weil sich wirklich viele Frauen von diesen Waffen bedroht fühlen. Es gibt mehr Männer als sie denken, die ihre Ordonanzwaffe als Machtsymbol und Druckmittel verwenden! Da gibt es dann keine Zahlen in Ihren lieben Statisitken, da dies kaum Angezeigt wird (weil nicht nachweisbar). Und auch Ihre nachweisbar niedrige Zahl an Toten durch Armeewaffen beeindruckt mich nicht. Erstens vergessen sie die Selbstmorde, die einen beachtlichen Teil ausmachen und wo aufgrund der europäischen Statistiken, in welcher die Schweiz obenauf schwimmt, Handlungsbedarf besteht. Und zweitens ist JEDER und JEDE Tote eine/r zuviel. Sagen die doch mal Hinterbliebenen sie seien ein lächerliches Promille!
Was sie auch nicht ansprechen ist, dass in Haushalten oft Kinder spielen und früher oder später auf Waffen treffen. Tolles Spielzeug, nicht?
Zum "Obligatorischen": Ich gehe davon aus, dass die meisten Wehrpflichtigen SchweizerInnen (wie auch ich) jährlich einen Wiederholungskurs machen. Kein grosser Aufwand also, die alljähriche Schiesswiederholung in den WK einzubauen. Wo bleibt das Problem? Keine Fahrten zu Zeughäusern, kein Ökoproblem.
Und dann muss ich Ihnen einfach aus persönlicher Erfahrung, und ich wage zu behaupten, dass ich öfter mit jungen Menschen zu tun habe als sie, versichern, dass kaum Jemand Lust hat, seine Waffe nach Hause nehemn zu müssen, immer in der Freizeit das obligatorische Programm schiessen zu müssen, die Waffe im Schlafzimmer lagern zu müssen und dann jeden WK wieder mit- und am Ende nach Hause tragen zu müssen! Auch die Leute aus der RS nicht. Und dort findet sich wirklich ein sehr breites Spektrum an Leuten!
Der Zwang Armeewaffen in Haushalten lagern zu müssen, ist nicht mehr zeitgemäss!
Den Soldaten die echte freie Wahl lassen (ohne Bezahlung!) die Waffen in Zeughäusern zu lassen, ist das Minimum für eine FREIE Gesellschaft! Frei = freie Wahl! Zwang zu Waffen im Haushalt ist KEINE FREIE Wahl.

Und keine Angst: die Initiative sieht vor, dass SVP-ler und andere Hobby-Schützen, sowie auch Jäger, auf Gesuch mit Begründung ihre geliebte Waffe weiterhin mit nach Hause nehmen dürfen!"

Pistole

Dies ist mein persönliches Exemplar von Ordonanzwaffe. Würden Sie sich damit freier fühlen?

2007-09-11

Von Kopflosen Wahl-Slogans und lustigen Podiumserfahrungen

Von priskagruetter @ 23:05 [ Wahlkampf ]
Wenn man so den Strassen entlang fährt, sieht man momentan auf allen Bauernfeldern "SVP-Gringe de Outo zuegrinse". Und da liest man zuweilen von merkwürdigen Kombinationen von Köpfen und Slogans. Da preist sich doch tatsächlich einer mit "Wählen Sie frisch" an. Jahrgang? 1958! Naja, unter frisch hätte ich jung und sprutzig verstanden. Und so sieht dieser stattliche Herr beim besten Willen nicht aus. Aber lassen wir das. Humor schadet nie. Selbstironie sowieso nicht.

Und da kommt doch heute Abend am Podium, an welchem ich eingeladen war, ein junger Bursche selbiger Partei (und mit einem J. zwischen Vor- und Nachnamen!) und will dem Publikum weismachen, seine Partei kämpfe für Freiheit. Und darunter verstehe er und seine Partei, dass jeder Soldat seine Waffe zuhause haben kann.
Da fühlte ich mich gezwungen, das amerikanische Freiheits-Verständnis dieses jungen Herren mit der persönlichen Bemerkung, dass ich als Offizier mich nicht freier fühle mit einer Pistole zuhause, arg zu hinterfragen. Was mir dann auch viel Lob einbrachte.
Oder setzen Sie den Besitz einer Ordonanzwaffe mit Freiheitsgefühl in verbindung??

Diese Anekdote zu meiner ersten Wahlkampf-Podium-Erfahrung.

Priska am Podium

Priska am Podium

40 Tage und 40 Nächte

Von priskagruetter @ 00:08 [ Wahlkampf ]
40 Tage und 40 Nächte

Wer kenn den Film nicht? 40 Tage und 40 Nächte ohne Sex. Dies ist das ehrgeizige Ziel des Hauptdarstellers. Auch wenn sich das Thema gut verkauft: mir geht es heir nicht um Sex und ob 40 Tage und 40 Nächte Enthaltsamkeit kurz oder lange sind.
Nein, ich sprech von etwas anderem, das mich schon manchmal fast etwas wie spitz macht. In 40 Tagen und 40 Nächten fallen die Würfel! Und wir erfahren, wie das eidgenössische Parlament in den nächsten 4 Jahren zusammengestellt ist!"
Ich finde das echt spannend! Fast so spannend wie im Film!

Im Moment stellen sich für mich ganz viele Fragen: Was kann ich noch tun um die Wahlchancen von mir und meinen JUSO und SP Kollegen (ich mag das Wort "Genoswen" nicht!) zu verbessern? Wie oft muss ich noch morgens früh aus dem Bett (ja, auch Morgen muss/darf ich wieder um 05:30 auf dem Zug sein um ab 06:30 in Bern den PendlerInnen unsere Karte in die FInger zu drücken)? Wie viele originelle Aktionen bringen wir noch zustande, um in die Zeitung zu kommen und so für uns zu werben?
Aber meine Fragen gehen über meinen und unseren Wahlkamof hinaus: Kann die Berner SP ihre 8 Sitze behalten? Wenn nicht, wo verleirt sie? bei den Männern oder bei den Frauen? Wenn ja, wer besetzt neu die 8 Sitze? Wer (knapp) nicht? Wie gehen die sehr amitionierten Kandidierenden mit ihrer Niederlage um?
Und im Moment Schweizweit: Wird das Riesentheater um Geheimpläne und Kompetenzstreitereien von Bundesräten der Prahler-Partei nutzen? Wie kann sich die SP national noch lauter und auch etwas provokativ, aber nciht zu billig in den Wahlkampf einbringen?
So, ich lasse mal diese Fragen stehen. Aber glaubt mir, es gäbe noch viiiiiiiiiiiiele mehr!

Und es geht noch 40 Tage und 40 Nächte bis die meisten Fragen beantwortet sind!

Und da kann ich mit dem Filmhelden mitfühlen. Das wird eine lange und nicht einfache Zeit!

Nun, was tut man so in der letzten Phase? Auf die Strasse gehen! Auch wenn Schweizer Wahlkampfprofis dies als unnütz abtun. Wir gehen trotdem. An Märkte, Bahnhöfe, vor Einkaufszentren. Einfach überall, wo die Leute sind. Die Wähler kommen nicht zu uns.

Und glaubt mir, das macht mir wirklich Spass! Echt! Mit Freude gebe ich den Menschen meine Empfehlungen und rate ihnen, sich unbedingt an den Wahlen zu beteiligen! Natürlich hoffe ich, dass dies der SP etwas bringt. Aber hauptsache, sie gehen wählen!

Genauso wie Verkäufer ihre Ware und Kirchen ihre Religion anpreisen und dafür werben, preise ich die Politik!
Und das beste: politisches Engagement kostet nichts und macht sogar SPass!

Mach also auch DU mit! ein billigeres Hobby (bei dem du Hollywood-Filmen nacheifern kannst ;-) ) findest du kaum!

Priska am Stand der SP

2007-09-07

Mein Wahlkampf-TV

Von priskagruetter @ 12:05 [ Wahlkampf ]