1. Erlebnisbericht aus dem WK von Lt Priska Grütter
| Von priskagruetter @ 22:43 | [ Militär ] |

"Du bisch de muetig!" hat mir heute eine Schülerin auf dem Weg zu unserer Zivilschutzanlage gesagt. Anlass über Frauen in der Armee nach zu denken. Mut braucht frau schon. Da hat das Mädchen wohl recht. Denn Frauen sind in der Armee immer noch eine extreme Minderheit (in unserer Kompanie sind von ca. 170 Personen 2 Frauen). Frau lässt sich da also schon auf ein Abenteuer ein. Aber wer nichts wagt, gewinnt nichts. Und jede Erfahrung, sei sie noch so schlecht, bringt Gewinn.
Und gerade mache ich die Erfahrung "1. WK". Und als Frau, Offizier und Zugführerin. Ohne mich irgendwie selbst loben zu wollen, gebe ich dem Mädchen recht: Mutig, sich so gleich mehrfach zu exponieren. Wer mich kennt, weiss aber, dass ich dies gerne mache. Würde ich nicht so gerne im Mittelpunkt stehen, auffallen und exponieren, wäre mir wohl in der Armee überhaupt nicht wohl. So aber gefällt mir das LEben im WK ganz gut.
Das Thema "Mut" verfolgt mich irgendwie in meinem Leben. Als Kind verstand ich unter "Mut" krasse Sachen wie Extremsportarten zu machen oder sein Leben für ein anderes zu riskieren. Dies ist für mich auch heute noch eine Art von Mut. Mut, und das wurde mir erst später klar, kann auch ganz anders aussehen. Und auch wenn ich mich weder als Kind noch heutezu Extremsportarten überwinden könnte, so war und bin ich auf eine andere Art und Weise mutig. Meine Stärke war halt immer verbal. Mit meiner Kommunikationsart konnte ich immer mutig zu meiner Meinung stehen, auch wenn sie alles andere als Mehrheitsfähig war.
Anlass zu diesen Gedanken über Mut gab wohl die Nominierung für den Prix Courage. Ich wurde da für eine mutige Tat geehrt (nachzulesen unter: http://www.priskagruetter.ch/53582498c61306d08/53582498bf12fd71f/index.html) ohne dass ich mich in dieser Situation so heldenhaft mutig gefühlt hätte. Aber ich denke, genau solche Mut-Taten im alltag machen einem stark.
Und nach meinen mutigen Ausführungen zurück zum WK: der Kadervorkurs war sehr friedlich und geprägt vom Kennenlernen der Kader sowie einigen Vorbereitungen für den WK.
Heute ist dann die ganze Truppe eingerückt und hat vorallem Material gefasst und ihre Unterkunft bezogen. Das übliche Programm am ersten Tag.
Ich freue mich auf jeden Fall auf die drei Wochen mit "meinem" Zug in dieser Kompanie!
Und ich bin gespannt, was ich neues zum Thema Führung und Umgang mit Menschen (und beides in einer Zwnagsgemeinschaft) lerne.
Mein Ziel ist es auf jeden Fall, die Motivation so gut als möglich auf vordermann bzw vorderfrau zu bringen und gute Laune zu verbreiten. Und selbstverständlich will ich meinen Auftrag so gut als möglich erfüllen.
Deine Meinung zu Frauen in der Armee, Mut oder auch zu WKs interessieren mich!
Weitere Berichte über Erfahrungen und Erlebnisse im WK folgen...




