2007-06-11

1. Erlebnisbericht aus dem WK von Lt Priska Grütter

Von priskagruetter @ 22:43 [ Militär ]


"Du bisch de muetig!" hat mir heute eine Schülerin auf dem Weg zu unserer Zivilschutzanlage gesagt. Anlass über Frauen in der Armee nach zu denken. Mut braucht frau schon. Da hat das Mädchen wohl recht. Denn Frauen sind in der Armee immer noch eine extreme Minderheit (in unserer Kompanie sind von ca. 170 Personen 2 Frauen). Frau lässt sich da also schon auf ein Abenteuer ein. Aber wer nichts wagt, gewinnt nichts. Und jede Erfahrung, sei sie noch so schlecht, bringt Gewinn.
Und gerade mache ich die Erfahrung "1. WK". Und als Frau, Offizier und Zugführerin. Ohne mich irgendwie selbst loben zu wollen, gebe ich dem Mädchen recht: Mutig, sich so gleich mehrfach zu exponieren. Wer mich kennt, weiss aber, dass ich dies gerne mache. Würde ich nicht so gerne im Mittelpunkt stehen, auffallen und exponieren, wäre mir wohl in der Armee überhaupt nicht wohl. So aber gefällt mir das LEben im WK ganz gut.
Das Thema "Mut" verfolgt mich irgendwie in meinem Leben. Als Kind verstand ich unter "Mut" krasse Sachen wie Extremsportarten zu machen oder sein Leben für ein anderes zu riskieren. Dies ist für mich auch heute noch eine Art von Mut. Mut, und das wurde mir erst später klar, kann auch ganz anders aussehen. Und auch wenn ich mich weder als Kind noch heutezu Extremsportarten überwinden könnte, so war und bin ich auf eine andere Art und Weise mutig. Meine Stärke war halt immer verbal. Mit meiner Kommunikationsart konnte ich immer mutig zu meiner Meinung stehen, auch wenn sie alles andere als Mehrheitsfähig war.
Anlass zu diesen Gedanken über Mut gab wohl die Nominierung für den Prix Courage. Ich wurde da für eine mutige Tat geehrt (nachzulesen unter: http://www.priskagruetter.ch/53582498c61306d08/53582498bf12fd71f/index.html) ohne dass ich mich in dieser Situation so heldenhaft mutig gefühlt hätte. Aber ich denke, genau solche Mut-Taten im alltag machen einem stark.

Und nach meinen mutigen Ausführungen zurück zum WK: der Kadervorkurs war sehr friedlich und geprägt vom Kennenlernen der Kader sowie einigen Vorbereitungen für den WK.
Heute ist dann die ganze Truppe eingerückt und hat vorallem Material gefasst und ihre Unterkunft bezogen. Das übliche Programm am ersten Tag.
Ich freue mich auf jeden Fall auf die drei Wochen mit "meinem" Zug in dieser Kompanie!
Und ich bin gespannt, was ich neues zum Thema Führung und Umgang mit Menschen (und beides in einer Zwnagsgemeinschaft) lerne.
Mein Ziel ist es auf jeden Fall, die Motivation so gut als möglich auf vordermann bzw vorderfrau zu bringen und gute Laune zu verbreiten. Und selbstverständlich will ich meinen Auftrag so gut als möglich erfüllen.

Deine Meinung zu Frauen in der Armee, Mut oder auch zu WKs interessieren mich!

Weitere Berichte über Erfahrungen und Erlebnisse im WK folgen...

2007-06-06

JUSO-Politikerin im WK als Offizier

Von priskagruetter @ 01:04 [ Militär ]


Kein Witz! Der mir vorliegende Marschbefehl fordert Frau Lt Priska Grütter auf, am 06.06.07 ein zu rücken!


Obwohl das Semester an der Uni noch drei Wochen gehen würde, habe ich heute aufgrund einer in der Verfassung für die Männer festgesetzten Pflicht mein 2.Semster an der Uni Bern beendet.
Obwohl dies nur für die Männer Pflicht wäre, habe ich mich freiwillig dieser Pflicht unterworfen. Anstatt nur nach politischer Gelichstellung zu schreien, lebe ich sie mitsamt der (ev. unangenehmen) Pflichten.
Meine militärische Ausbildung bis zum Offizier habe ich zwischen Juli 05 und August 06 absoviert und darüber gäbe es einiges zu erzählen, was aber zu weit führen würde (fragt, wenn ihr was wissen wollt!).
Nun beginne ich morgen meinen ersten WK und bin gespannt auf das Klima in dieser anderen Art der Dienstleistung.
Warum ich als JUSO- und SP-Politikerin Militärdienst leiste, kannst du entweder auf meiner Homepage www.priskagruetter.ch herausfinden oder auf weitere Blog-Einträge warten, die sicher einige Antworten geben werden.

Bald fogen erste Erfahrungsberichte einer unerfahrenen Zugführerin aus ihrem ersten WK!


Stimmrechtsalter 16: Danke lieber Grossrat!!!

Von priskagruetter @ 00:42 [ kantonale Politik ]

Berner Grossrat stimmt dem Stimmrechtsalter 16 zu :-)

Stimmrechtsalter 16 ist ein wichtiges Anliegen für mich. Vorallem wegen der persönlichen Betroffenheit. Ich hätte mir mit 16 Jahren sehnlichst gewünscht, dass meine Meinung nicht nur in Jugendorganisationen (Jugendparlament und Jungparteien) zählen würde, sondern dass ich auch von der "grossen" und "wichtigen" Politik ernst genommen werden würde.
Gestern standen einige Jugendliche vor dem Rathaus und begrüssten die Grossrätinnen und Grossräte zu ihrer Session, verbunden mit der Bitte, ihrem Anliegen zuzustimmen. Bereits da hatte ich einige Diskussionen, die mich ob der Argumentation einiger PolitikerInnen z.T. erschrecken liess (z.B. meine beiden Kinder wollen mit 16 und 17 Jahren nicht stimmen gehen, also wollen es die Jugendlichen garnicht. Stichhaltig???Repräsentativ???).
Anschliessend an die Aktion verfolgte ich die Debatte von der Zuschauertribüne aus.
Traurig, wie sich einige Politiker zu der Jugend äussern. Dabei darf man nicht vergessen, dass die heutige Jugend der Nachwuchs der heutigen Erwachsenen ist. Weshalb traut man der eigens aufgezogenen und erzogenen Jugend nicht zu, dass sie entscheidungsfähig sind. Nach 16 Jahren Erziehung und 9 Jahren Schule soll man noch nicht zu einem Urteil fähig sein?
Die meisten Jugendlichen seien nicht politisch interessiert. Wird man denn nur wahrgenommen, wenn man negativ auffällt?
Des weiteren wurden noch einige Argumente aufgezählt, die ich nicht nachvollziehen kann. Dass die SVP dagegen ist, hatte ich nicht anders erwartet. Vom Freisinn hätte ich hingegen mehr Liberalismus bei dieser liebralen Vorlage gewünscht. Man muss ihnen aber zugute halten, dass sie sich nicht geschlossen gegen die Vorlage stellte, sondern jeder einzelne für sich entscheidne konnte und sich einige tatsächlich für eine JA-Stimme entschieden.
Und nun ein weiteres Beispiel, dass Politik spannend sein kann: nach vielen Pro- und Kontra-Referenten folgte die lang ersehnte und doch gefürchtete Abstimmung.
Ich gebs zu: ich war nervös! Ich drückte die Daumen und starrte gebannt auf die Resultate-Tefel. Endlose Sekunden vergingen und ich konnte beim besten Willen nciht abshcätzen, ob dort nun mehr rote oder mehr grüne Punkte zu sehen waren. Dann endlich die erlösenden Zahlen: 79 Ja, 74 Nein, 1 Enthalten. Juhui, erste Hürde geschafft! Und schon rannte ich fast aus dem Rathaus um doch noch rechtzeitig an die Uni zu kommen.
Mein Tag hat also mit (spannender und emotionaler) Politik begonnen und er endet mit diesem politischen Blog-Eintrag.
Passt ja, denn letztlich ist das ganze Leben Politik! Eine spannende Sache!