Seit Freitag, 14.50 Uhr, ist es soweit - ich habe meinen Dienstpflicht für das Jahr 2009 erfüllt. Fast auf jeden Fall. Das Erfüllen der obligatorischen Dienstpflicht fehlt noch. Aber mit dem Entlassen meines Detachements von Motorfahrern am Standort des Logistikzentrums Othmarsingen wurde auch ich selber aus dem FDT 2009 der LW EKF Kp 33 entlassen.
Fast schon ein wenig wehmütig schaue ich auf die fast vier Wochen WK zurück und muss mich nun langsam aber sicher wieder mit dem Alltag voller Pendenzen, die nicht nach 4 Wochen verfallen, zurechtfinden. Meine Bilanz des WK 09 ist positiv. Im Grossen und Ganzen haben mir die Diensttage gut gefallen und ich habe wieder vieles erlebt, gelernt, erfahren, gesehen, diskutiert und bin nun um einige Erfahrungen reicher.
Ein positives Fazit heisst aber nicht, dass alles einfach schön und gut war. Ganz und gar nicht. Ich erlebte Schwierigkeiten und Situationen, die ich so in meinem Alltag nie lösen und erleben muss. Ich hatte Konflikte, die ich sonst nie gehabt hätte und habe mich über diese und anderes geärgert, wie ich es sonst nicht tue. Aber aus all dem lernt man.
Schwierig war zum Teil auch die Veränderung innerhalb der Armee. Ursprünglich eine spezialisierte Truppe, wurde die Luftwaffen EKF (elektronische Kriegsführung) mit der Armee XXI durch Sicherungselemente verstärkt und damit infanteristisch angereichert. Parallel dazu wurde die Grün-Ausbildung von Jahr zu Jahr verstärkt und gegenüber dem Bereich elektronische Aufklärung mehr gewichtet. Die "alten" EKF-ler fühlten sich völlig im falschen Film, die neuen waren etwas erstaunt, dass es im WK ähnlich zu und her geht wie in der RS. Ich sehe das Problem vor allem darin, dass man offenbar früher zugunsten der Spezialisten und deren guten Arbeit wenig Gewicht auf das Militärische und Disziplinarische gelegt hatte, im Wissen, dass diese "Spezialisten" nicht auf Druck, sondern auf Motivation gute Arbeit leisten können, und sich aber neben dem Aufklären durchaus zu benehmen wissen. Durch die neue Grösse der Kompanie hat das nicht mehr gleich funktioniert. Zudem spürte man zunehmends den Druck von "oben", der eine bessere soldatische Grundausbildung verlangte.
Nächstes Jahr wird sich sowieso wieder vieles ändern. Die Sicherungselemente werden wieder aus unserer Kompanie abgezogen. Ebenso die Sanitäter. Dazu sind nun viele "altgediente Krieger" aus der Dienstzeit entlassen und die neueren wissen nicht mehr, wie es früher war, sondern haben gesehen, dass man jeden WK nehmen muss, wie er kommt.
Wir erhalten neue Systeme und müssen daran neu ausgebildet werden. Bis Ende WK konnte man uns nicht sagen, wie der WK im nächsten Jahr aussehen wird und wann er für wen stattfindet. Wir werden sehen.
Eine weitere Schwierigkeit in diesem WK war sicher die Kommunikation zwischen den Stufen, den Funktionen und den vielen Standorten, aber auch die vielen jungen und neuen Kader in allen Funktionen. Einige Schwierigkeiten sind in den Stufen oberhalb der Kompanie entstanden. Diese wurden an einem Schlussrapport mit den Zugführern, den Kommandanten und dem Abteilungs-Kommandanten rückgemeldet.
Wie jedes Jahr bedaure ich jeweils das Ende des WKs und freue mich auf den nächsten WK. Ganz besonders freue ich mich, dass gewisse Kader, die sich ab einigen Fehlern und Schwierigkeiten so geärgert haben und umteilen lassen wollten, nun doch bei unserer Kompanie bleiben. Und besonders danken möchte ich meinem Zug, der wieder einmal mit vollem Einsatz mitgemacht hat und zu einem tollen Einsatz auf unserem Standort beitrugt. War super mit euch!

Auf diesem Weg hat mich der Abteilungs-Kommandant mit vier Stabs-Offizieren auf meinem Standort besucht.