2009-08-16

Unabhaengigkeitstag und meine Weiterreise alleine

Von priskagruetter @ 15:07 [ Reisen ]
In den fruehen Morgenstunden des 15. August sind meine Kollegin und ich von Amritsar mit dem Nachtzug an einem Bahnhof Delhis angekommen. Am Unabhaengigkeitstag. Wir warteten im 24-Stunden-Bahnhofrestaurant auf den Tag, holten unsere Rucksaecke und fruehstueckten auf einer Dachterasse und wurden dort vom Monsunregen ueberrascht. Dieses regnerische Monsun-Wetter zieht sich bis heute durch. Immer mal wieder schuettete es.
Wegen dem Unabhaengigkeitstag hatte vieles geschlossen. Ausser einer Rede im Red Fort des Premierministers wussten wir von keiner Festtagsaktivitaet. Da die Kollegin am Abend abflog, mussten wir den Tag irgendwie sonst mit Umherlaufen, in Cafes sitzen, Essen, im Hotel-Zimmer verweilen, durchbringen.
Seit heute bin ich nun alleine in Indien. Toll finde ich es nicht, aber ich werde mich arrangieren. Heute Morgen habe ich die Zugfahrt nach Goa gebucht. Morgen werde ich also fuer 36 Stunden in einen Zug verschwinden und so sicher zwei Tage lang keinen Blog schreiben. Zum Glueck habe ich heute ein paar recht westliche Shops gefunden, wo ich ein wenig Vorraete (Chips, suesse und salzige Snacks und Cola) kaufen konnte. Zwar kann man im Zug auch Essen kaufen, aber wer weiss, was es da gibt.
Von den letzten zwei Tagen mit Delhi im Regen gibt es bei mir kaum Fotos und keine, die sich lohnen wuerden, hochzuladen. Und auch zukuenftig gibt es wohl weniger Fotos mit mir drauf, da dies alleine schwieriger ist. Ich bin gespannt, wie es wettermaessig in Goa aussieht und wie mir diese Gegend gefaellt. Und aufgrund der schlechten Tastatur beende ich meinen kurzen Zwischenbericht hier. Hoffentlich kommen bald mehr News von Goa.

2009-08-14

Der goldene Sikh-Tempel und das Volksfest bei Grenzschliessung

Von priskagruetter @ 07:16 [ Reisen ]
Nach unserer Rundreise durch den nordwestlichen Staat Rajasthan sind wir nach Delhi zurueckgekehrt. Und von dort aus haben wir unseren kurzen Abstecher per Zug ins noerdliche Amritsar gestartet. Die Zugfahrt war ueberraschend angenehm. Wir sind in der 2. Klasse AC gereist und haben so das angenehm kuehle Klima und den guten Service genossen.
In Amritsar selber haben wir natuerlich die Hauptattraktion, den goldenen Tempel, der das Zentrum der Sikhs ist und deren heiliges Buch beheimatet, besucht. Ein wahrlich beeindruckendes Gebaeude. Ziemlich viel groesser und gewaltiger als der herzige, kleine, weisse Sikh-Tempel in Langenthal.
Da wir fuer unseren Amritsar-Besuch genuegend Zeit eingeplant hatten, entschlossen wir uns, der angeblich so beeindruckende Grenzschliessungszeremonie an der indisch-pakistanischen Grenze beizuwohnen. So fuhren wir mit einem Taxi fast eine Stunde zum Doerfchen Attari an der Grenze. Dort warteten schon Massen von Leuten, vor allem Inder und ein paar wenige Touristen, auf die Oeffnung der Tore. Als diese dann aufgingen, stuermten alle zur Grenze und auf die dort gebauten Tribuenen. Etwa um 17.30 Uhr begann die Zeremonie mit Musik und Tanz. Viele Kinder und Frauen rissen sich um eine grosse indische Fahne und rannten vor den Tribuenen auf und ab. Die Menschenmassen feierten regelrecht ein Volksfest und riefen immer wieder, angestachelt durch einen Moderatoren, ihre Sprueche (Lang lebe Hindustan und aehnliches). Gegenueber bei den Pakistani das gleiche Spiel. Irgendwann begann dann die offizielle Zeremonie mit Soldaten, die in recht lustigen Stechschritten zu den Grenztoren schritten, mit Haenden und Fuessen salutierten und sich dann am Ritual der Fahnen-Einziehung beteiligten. Etwa um 19.00 Uhr wurden die Fahnen dann endlich eingezogen (beide genau gleichzeitig natuerlich), weggetragen und die Grenztore geschlossen. Die Menge bewegte sich wieder ins Landesinnere zurueck. Eine recht faszinierende, wenn auch fast lustige Zeremonie, die aber sicher alles andere als völkerverbindend wirkt. Fuer mich war es recht fraglich, wie da quasi zwei Voelker gegeneinander aufgestachelt wurden. Aber es ist einfach, dies so schnell zu verurteilen. Da spielt natuerlich eine lange Geschichte mit, die ich hier nicht so schnell und schon gar nicht einfach erzaehlen kann. Wen's interessiert, irgendwo im Internet findet man sicher mehr Informationen.

Indien

Priska in Indien

Indien



2009-08-09

Kamelsafari in der Wueste Thar

Von priskagruetter @ 13:05 [ Reisen ]
Wir haben uns entschieden, obwohl es weit ist, nach Jaiselmer zu fahren und eine kleine Kamelsafari mit Wuestenuebernachtung zu machen. Ich denke, die Bilder sagen mehr als Worte.
Jaiselmer selber ist fuer uns, nach all den Staedten hier im Staat Rajasthan, nichts spezielles mehr. Die Staedtchen sind mit der Zeit alle aehnlich. Und immer noch nerven einem die aufrdringlichen Inder, die vor allem das Geld der Touristen wollen. Ebenfalls muehsam sind die Bettel-Kinder, die einem immer gleich befingern und nach Rupies (Rupien) fragen.
In einer Wuestenstadt ist es natuerlich wieder einmal sehr heiss... uns laeuft der Schweiss. Da ist man sehr dankbar fuer eine Klimaanlage im Zimmer und bezahlt gerne etwas mehr.
Richtig "Traveler-Like" haben wir heute, als wir aus der Wueste zurueck waren, im Zimmer erste Kleidungsstuecke gewaschen und quer durchs Zimmer aufgehaengt. Hoffentlich ist alles trocken bis morgen. Denn Morgen wollen wir frueh losfahren und moeglichst weit in Richtung Dehli kommen. Denn bereits in zwei Tagen wartet in Dehli ein Zug nach Amritsar, wo wir den goldenen Tempel sehen wollen auf uns.

Kamelsafari

Kamelsafari

Kamelsafari

Kamelsafari

Indienreise Priska

2009-08-07

Udaipur, Jodhpur und viiiel Laerm, Staub, Verkehr, ...

Von priskagruetter @ 14:26 [ Reisen ]
Nach Pushkar sind wir nach Udaipur gefahren. Mit seinem See ein angenehmer Ort. Das Wetter war nicht so toll, dafuer angenehmer von den Temperaturen her. Wir haben es uns eher gemuetlich gemacht, nur die Sehenswuerdigkeiten im Staedtchen selber angeschaut und eine kleine Bootstour gemacht. Immerhin sieht man auf der Bootstour den Palast, wo James Bond einst war, etwas naeher. Am zweiten Abend in Udaipur haben wir uns im otel-Restaurant den James-Bond-Film Octopussy angeschaut, in dem einer der Hauptschauplaetze tatsaechlich Udaipur ist. Uns kam vieles bekannt vor. Und der Film wird auch in fast jedem Restaurant gezeigt.
Nun sind wir in Jodhpur. Auch hier hat es ein imposantes Ford, welches wir uns heute Morgen angeschaut haben. Und auch hier ist die Stadt chaotisch, hat viel Verkehr, Laerm, Gestank, Menschen, Basaare, ...
Schon lange wollte ich mir am Basaar eine uebliche indische Bluse mit Hosen und Schaal kaufen. Aber irgendwie gibts die kaum wo fertig geschneidert und eine extra machen lassen finde ich recht aufwendig. Und wenn man sich irgendwo in den Landen herein locken laesst, werden einem x Kleider gezeigt. Aber meisst nicht wirklich schoene. Langsam haben wir den Verdacht, dass die Inder unseren Geschmack etwas komisch einschaetzen. Schwierig schwierig. Die Maenner wollen einem alles andrehen und die Frauen koennen meist nicht englisch. Also wie findet man heraus, wie die Frauen auf der Strasse immer zu ihren tollen Kleidern kommen?
Langsam haben wir schon recht viele Fords und Palaeste gesehen. Vieles ist aehnlich und trotzdem wieder jedes speziell. Aber mit der Zeit weiss man nicht mehr, welches wo war. Hoffentlich weiss ich das am Ende dank den Fotos noch.
Morgen fahren wir nach Jaiselmer. Vielleicht kann ich beim naechsten mal bereits von einer Kamelsafari berichten.

Priska in Indien

Priska in Indien

Priska in Indien


2009-08-03

Jaipur und Pushkar - zwei unterschiedliche Orte ganz nah

Von priskagruetter @ 17:31 [ Reisen ]
Die zwei Tage in Jaipur waren echtes Indien-Rajasthan-Erlebnis. Wir hatten Zeit, stundenlang durch die ueberfuellten Basaare zu schlendern und die Fuelle von Menschen, Stoffen, Kunstwerken und Staenden auf uns wirken zu lassen. Jaipur gilt als Pink-City, weil die Gebaeude alle Pink angemlat sind. Allerdings heisst Pink hier alles zwischen Gelb, Orange, Rosarot und Rot. Aber schoen wars trotzdem. Vorallem in der Abenddaemmerung. Nun sind wir unterwegs nach Udaipur und haben noch einen Stopp fuer eine Nacht in Pushkar eingelegt. Dieses eher kleinere Dorf ist offenbar eine heilige Staette und voll von Tempeln und Selbstfindungs-Hippie-Touristen undvielen anderen Touris. Schoen waere hier der See, der leider fast ausgetrocknet ist. Wir koennen uns hier nicht sooo begeistern, freuen uns aber auf Udaipur. Immerhin hatten wir hier aber gute Gespraeche mit einem gelangweilten Hotelier (ausserhalt der Saison und des Dorfes hat es wenig Gaeste).
Morgen frueh gehts weiter. Bin gespannt auf Udaipur.


Priska in Indien

Priska in Indien

Priska in Indien

Amber Fort (ausserhalb von Jaipur. Sehr imposant und beeindruckend.Priska in Indien

2009-08-01

Kulturschock in Indien

Von priskagruetter @ 15:51 [ Reisen ]
Nun bin ich bereits drei Tage in Indien und muss mich immernoch an vieles geoehnen. Phu. Heiss. Anstrengend. Wir sind Nachts um 2 Uhr im Hotel angekommen und wollten nur noch schlafen. War alledrings nciht so einfach. bis jetzt habe ich noch nie gut geschlafen. Trotz Klimaanlage. Hoffentlicht kommt das noch. Die Staedte sind laut, bunt, chaotisch. Voller Menschen, Velos, Rischkas, Tuktuk (Toeff-Taxis), Toeffs, Autos, Busse, ... Alles neu und gewohenungsbeduerftig. Am schwierigsten sind die vielen Menschen die einem immer *helfen* wollen. Eigentlich wollen alle nur Geld. Egal wie. Grundsaetzlich muss man allem misstrauen, das man nicht im Reisefuehrer besteatigt hat.
Inzwischen haben wir schon sehr viel gelernt und sind unterwegs im sogenannten Touristen-Dreieck. Oder goldenes Dreieck. Das heisst Delhi, Agra (wo der Taj Mahal ist) und Jaipur. Wir haben einen Fahrer, der uns mit klimatisiertem Auto ueberall hinfaehrt. Schon ziemlich luxus. Aber am Anfang und wenn man Indien nicht kennt und schnell vorwaerts komme will sehr praktisch. Zugfahren ist schon auch noch eingeplant.
Indiens Sehenswuerdigkeinten haben wir in einem Tag gemacht. Heute Morgen waren wir bereits um 6 Uhr beim Taj Mahal. Dann sind weniger Touristen da und das Licht schoen. Inzwischen sind wir schon in Jaipur.
Alles ist neu, alles ist spannend. Aber auch ermuedend und nervig. Wir gewoehnen uns langsam daran. Das Essen ist wuerzig und scharf. Auch an das muss ich mich noch gewoehnen. Und im Moment sind wir noch sehr vorsichtig mit was wo essen. Man weiss ja nie. Und wir wollen moeglichst nicht Krankheiten auflesen.
Sobald ich wieder Gelegenheit habe, schreibe ich mehr ueber unsere Eindruecke. Bis dann schon mal ein paar Fotos.

Taj Mahal

Priska in Indien

Priska in Indien


Priska in Indien

2009-07-29

Mein Indien-Abenteuer startet...

Von priskagruetter @ 00:51 [ Reisen ]
...morgen Mittag mit dem Flug nach Dehli. Und mein Blog wird damit in den nächsten sechs Wochen zum Reise-Blog.

Reise Indien

Die wichtigsten Dinge liegen bereit: Pass mit Visum, Geldgürtel, indische Rupien und ein Insekten-Spray. Natürlich ist mein Rucksack noch mit vielem anderem bepackt. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich wieder einmal einiges vergessen habe. Aber egal. Auch in Indien gibt es Läden, wo man sich Dinge kaufen kann.
Ich bin gespannt. Sehr gespannt. Für mich ist es das erste Mal, dass ich ohne Organisation auf eigene Faust so lange in einem so fernen Land herumreise. Aber ich bin noch nciht wirklich nervös und äusserst zuversichtlich. Die ersten drei Wochen reise ich mit einer guten Freundin, danach schlage ich mich alleine durch.

Nun, ich kann heute noch nicht versprechen, dass ich oft und regelmässig aus Indien bloggen werde, aber sofern möglich, bemühe ich mich schon, ab und zu in ein Internet-Café zu gehen, und meinen Bolg zu füttern. Und wenn möglich, lege ich auch immer ein paar Fotos bei.
Ich freue mcih auf die Reise und lasse meine LeserInnen gerne daran teilhaben.

Bis bald aus Indien!

2009-07-15

Im politischen Sommerloch, das Reisefieber erwartend

Von priskagruetter @ 22:50 [ persönliches & diverses ]
Soviel zu meinem momentanen Zustand und dem Grund für die Blog-Pause. Sommerloch auch bei mir. In der Zeitung steht nicht viel Schlaues. Ich mag momentan auch gar nicht gross politisieren und politische Themen suchen. Ferien von meinem Hobby.
Für alle, die es interessiert, was ich sonst so mache und wie ich mein Polit-Sommerloch fülle: ich gehe einem netten Sommerjob nach und hüte drei Wochen lang an vier Mörgen fünf Kinder. Bei anständigem Wetter kann man da gut baden gehen oder kleine Ausflüge in den Wald machen. Sonst muss man halt mit Spielen Zuhause vorlieb nehmen.
Daneben plane ich so langsam meine Indien-Reise. Visum beantragen, Ausrüstung kaufen, ungefähre Route planen, ... Mal schauen, wie das heraus kommt. Am 29. Juli fliege ich ab. Und ab dann wird mein Blog für 6 Wochen wieder mal zum Reise-Blog, sofern ich überhaupt oft ins Internet komme.
Und zu guter Letzt bin ich ab Freitag auf dem Gurten. Wieder einmal das OpenAir auf dem Hausberg geniessen und gemütlich unten am Berg campieren. Er hat schon aufgebaut. Mal schauen, wie gross die Schlammschlacht wird.

2009-07-06

ach übrigens: in Langenthal gibt es nun auch ein Minarett...

Von priskagruetter @ 15:55 [ Dorf- und Regionalpolitik ]
Eigentlich ist es nichts Neues mehr: die Islamische Glaubensgemeinschaft Langenthal und Umgebung hat nun endlich ihr Gesuch bewilligt erhalten und darf ein Minarett auf das Garagedach in Langenthal, unter welchem der Gebetsraum ist, bauen.
Das erste Gesuch wurde zurückgewiesen und wurde nun angepasst und ergänzt wieder eingereicht und bewilligt. Es ist also nicht so, dass man sich in Langenthal gesagt hat: So ein Türmchen wollen wir hier auch haben, so bleiben wir im Gerede. Nein, ein Baugesuch für ein Minarett ist ein Baugesuch wie viele andere auch. Das wird gepfrüft und entweder entspricht es den baurechtlichen Normen oder nicht. Das muss auch in diesem Zusammenhang wieder einmal gesagt werden. Und im Grunde schreibe ich ungern über Baugesuche und Baurecht. Nicht mein Spezialgebiet. Allerdings wird in diesem Falle das erteilte Recht auf Grund der Gesuchsteller angezweifelt und politisch in Frage gestellt. Und da drängt es mich, wieder einmal zu betonen, dass ich es gut und richtig finde, dass in einem Rechtsstaat mit Verfassungsrechtlich garantierter Religionsfreiheit alle Menschen und Gruppierungen vor dem Baurecht auch gelich behandelt werden.
Grundsatzdiskussionen seien auf Grund der hängigen Initiative zu führen und nicht am Beispiel Langenthal. Wobei sich meine Meinung nicht mehr ändern wird.
Befürworter der Minarette bzw. Gegner der Initiative hört man selten - weil das Thema unpopulär ist? Ich mag mich da auch nicht jedesmal aus dem Fenster hängen. Irgendwie finde ich die Diskussion müssig. Baurecht auf eine Art zu ändern, dass es nach Religion unterscheidet, widerstrebt mir und meinem schweizerischen Demokratieverständnis und ist verfassungswidrig.
Leben wir Toleanz, bekämpfen wir die wirklichen Gefahren und nicht andere Menschen (z.B. Waffen wie Streumunition) und setzen wir auf eine positive Integration.

MInarett Wangen bei Olten


2009-07-05

WK zu Ende - Diensttage für 2009 geleistet

Von priskagruetter @ 22:18 [ Militär ]
Seit Freitag, 14.50 Uhr, ist es soweit - ich habe meinen Dienstpflicht für das Jahr 2009 erfüllt. Fast auf jeden Fall. Das Erfüllen der obligatorischen Dienstpflicht fehlt noch. Aber mit dem Entlassen meines Detachements von Motorfahrern am Standort des Logistikzentrums Othmarsingen wurde auch ich selber aus dem FDT 2009 der LW EKF Kp 33 entlassen.
Fast schon ein wenig wehmütig schaue ich auf die fast vier Wochen WK zurück und muss mich nun langsam aber sicher wieder mit dem Alltag voller Pendenzen, die nicht nach 4 Wochen verfallen, zurechtfinden. Meine Bilanz des WK 09 ist positiv. Im Grossen und Ganzen haben mir die Diensttage gut gefallen und ich habe wieder vieles erlebt, gelernt, erfahren, gesehen, diskutiert und bin nun um einige Erfahrungen reicher.
Ein positives Fazit heisst aber nicht, dass alles einfach schön und gut war. Ganz und gar nicht. Ich erlebte Schwierigkeiten und Situationen, die ich so in meinem Alltag nie lösen und erleben muss. Ich hatte Konflikte, die ich sonst nie gehabt hätte und habe mich über diese und anderes geärgert, wie ich es sonst nicht tue. Aber aus all dem lernt man.
Schwierig war zum Teil auch die Veränderung innerhalb der Armee. Ursprünglich eine spezialisierte Truppe, wurde die Luftwaffen EKF (elektronische Kriegsführung) mit der Armee XXI durch Sicherungselemente verstärkt und damit infanteristisch angereichert. Parallel dazu wurde die Grün-Ausbildung von Jahr zu Jahr verstärkt und gegenüber dem Bereich elektronische Aufklärung mehr gewichtet. Die "alten" EKF-ler fühlten sich völlig im falschen Film, die neuen waren etwas erstaunt, dass es im WK ähnlich zu und her geht wie in der RS. Ich sehe das Problem vor allem darin, dass man offenbar früher zugunsten der Spezialisten und deren guten Arbeit wenig Gewicht auf das Militärische und Disziplinarische gelegt hatte, im Wissen, dass diese "Spezialisten" nicht auf Druck, sondern auf Motivation gute Arbeit leisten können, und sich aber neben dem Aufklären durchaus zu benehmen wissen. Durch die neue Grösse der Kompanie hat das nicht mehr gleich funktioniert. Zudem spürte man zunehmends den Druck von "oben", der eine bessere soldatische Grundausbildung verlangte.
Nächstes Jahr wird sich sowieso wieder vieles ändern. Die Sicherungselemente werden wieder aus unserer Kompanie abgezogen. Ebenso die Sanitäter. Dazu sind nun viele "altgediente Krieger" aus der Dienstzeit entlassen und die neueren wissen nicht mehr, wie es früher war, sondern haben gesehen, dass man jeden WK nehmen muss, wie er kommt.
Wir erhalten neue Systeme und müssen daran neu ausgebildet werden. Bis Ende WK konnte man uns nicht sagen, wie der WK im nächsten Jahr aussehen wird und wann er für wen stattfindet. Wir werden sehen.
Eine weitere Schwierigkeit in diesem WK war sicher die Kommunikation zwischen den Stufen, den Funktionen und den vielen Standorten, aber auch die vielen jungen und neuen Kader in allen Funktionen. Einige Schwierigkeiten sind in den Stufen oberhalb der Kompanie entstanden. Diese wurden an einem Schlussrapport mit den Zugführern, den Kommandanten und dem Abteilungs-Kommandanten rückgemeldet.
Wie jedes Jahr bedaure ich jeweils das Ende des WKs und freue mich auf den nächsten WK. Ganz besonders freue ich mich, dass gewisse Kader, die sich ab einigen Fehlern und Schwierigkeiten so geärgert haben und umteilen lassen wollten, nun doch bei unserer Kompanie bleiben. Und besonders danken möchte ich meinem Zug, der wieder einmal mit vollem Einsatz mitgemacht hat und zu einem tollen Einsatz auf unserem Standort beitrugt. War super mit euch!

Eurocopter
Auf diesem Weg hat mich der Abteilungs-Kommandant mit vier Stabs-Offizieren auf meinem Standort besucht.

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